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Die Frühjahrsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unterfüttert die Konjunkturprognose (siehe unten): Nahezu 60 Prozent der 2.340 befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage besser als vor einem Jahr. Die Fortschritte sind überall zu sehen:

• Produktion. Der Konjunkturmotor läuft in den Firmen jetzt auf noch höheren Touren. In Westdeutschland gehen 62 Prozent der Unternehmen für 2011 von einem höheren Output als im Vorjahr aus, in Ostdeutschland sind es 55 Prozent. Pessimistisch sind dagegen – egal ob in Ost oder West – nur etwa 10 Prozent der Betriebe.

Vor Zuversicht strotzt vor allem die Investitionsgüterindustrie – acht von zehn Firmen kalkulieren mit einem Produktionsplus.

Im Jahr 2012 dürfte die Sonne ebenfalls hell vom Konjunkturhimmel scheinen. Knapp 50 Prozent der westdeutschen und 41 Prozent der ostdeutschen Betriebe gehen von einer Fortsetzung des Aufschwungs aus. Allenfalls jede zehnte Firma sieht Wolken am Horizont.

Die große Mehrheit der Unternehmen ist inzwischen sogar so euphorisch, dass sie selbst ein Sommergewitter nicht aus der Ruhe bringt. Immerhin befürchten 80 Prozent der Firmen höhere Kosten – etwa bei Rohstoffen und Löhnen.

• Außenhandel. Die Erholung der Weltwirtschaft und der intensivere Welthandel haben die Exporttätigkeit der deutschen Unternehmen belebt. Dabei wird es bleiben. Fast 41 Prozent der Firmen setzen auf eine Zunahme der Ausfuhren, nur 6 Prozent meinen, dass sie 2011 weniger ins Ausland verkaufen werden als 2010.

Besonders gute Geschäfte jenseits der Grenzen erwarten die Investitionsgüterhersteller. Rund 72 Prozent der Betriebe gehen hier von einem Zuwachs aus und nur 2 Prozent sehen ihre Felle davonschwimmen.

• Investitionen. Die hohe Kapazitätsauslastung veranlasst immer mehr Unternehmen, Geld in neue Maschinen und Anlagen zu stecken. Im Jahr 2011 wollen 46 Prozent der befragten Firmen mehr investieren als 2010. Nur 10 Prozent kürzen ihr Investitionsbudget.

IW-Prognose für 2011 und 2012
IW-Prognose für 2011 und 2012

Im Jahr 2012 dürfte dieser Zyklus nicht abreißen – 40 Prozent der Unternehmen haben auch mittelfristig höhere Investitionsausgaben auf der Agenda.

• Arbeitsmarkt. Mehr Mitarbeiter als zuvor rekrutieren wollen in diesem Jahr 46 Prozent der Unternehmen. Nur 8 Prozent streichen Stellen, der Rest hält den Personalstand stabil. Eine Schippe drauflegen werden dabei nicht nur westdeutsche Firmen – von ihnen brauchen 47 Prozent mehr Personal; auch im Osten wollen 40 Prozent aller Betriebe mehr Leute beschäftigen als 2010.

Die Beschäftigungsampel steht dabei in allen Branchen auf Grün; am besten sieht es im Investitionsgüterbereich aus. Selbst am Bau geht es in Sachen Beschäftigung endlich wieder aufwärts: Ein Drittel der Baufirmen stellt ein und nur 7 Prozent kündigen Mitarbeitern.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW-Forschungsgruppe Konjunktur)
Solide Dynamik in einem risikobehafteten Umfeld
IW-Trends 2/2011

Ansprechpartner

iwd, Nr. 48 vom 26. November 2015

IW-Konjunkturumfrage und -prognose Mehr Unsicherheit, weniger WachstumArrow

Der Welthandel wächst nur noch schwach, viele Schwellenländer suchen nach einem neuen wirtschaftspolitischen Kurs und die ökonomischen Folgen der Flüchtlingszuwanderung sind schwer abzuschätzen. Vor diesem unsicheren Hintergrund haben die vom IW Köln befragten deutschen Unternehmen ihre Erwartungen zurückgeschraubt. Die aktuelle IW-Konjunkturprognose weist deshalb für 2016 nur ein moderates Wachstum von 1½ Prozent aus. mehr

IW-Konjunkturumfrage und -prognose
Pressemitteilung, Nr. 65 vom 23. November 2015

IW-Konjunkturumfrage und -prognose Mehr Beschäftigte, mehr ArbeitsloseArrow

Im Jahr 2016 wird die deutsche Wirtschaft um 1 ½ Prozent wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in seiner neuen Konjunkturprognose. Auch die knapp 3.000 Unternehmen, die das IW Köln zu den konjunkturellen Perspektiven befragt hat, blicken nur verhalten optimistisch in die Zukunft – aus verschiedenen Gründen. mehr