Hagen Lesch

Lohnpolitik 2000 bis 2009 – Ein informelles Bündnis für Arbeit

Vor zehn Jahren verabredeten Tarifpartner und die Regierung eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik. Obwohl die Bündnisgespräche offiziell scheiterten, erwies sich in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung die Lohnpolitik im Zeitraum 2000 bis 2009 als beschäftigungsorientiert.

Das belegen die über lange Zeit stabilen Lohnstückkosten und die Entwicklung der Effektivverdienste. Letztere sind der Tariflohndynamik weitgehend gefolgt. Im Produzierenden Gewerbe stiegen die Effektivverdienste sogar stärker an als die Tarifverdienste. Preisbereinigt erhöhten sich die Brutto- und Nettoverdienste jedoch kaum. Je Arbeitnehmer sanken sie sogar. Da dies auf höheren Energiepreisen und auf einer rückläufigen Arbeitszeit je Arbeitnehmer beruht, lässt sich hieraus kein lohnpolitischer Nachholbedarf ableiten. Nach der Krise gilt es, die wieder steigende Produktivität zur Senkung der im Abschwung gestiegenen Lohnstückkosten zu nutzen und die Remanenzkosten der Kurzarbeit zu vermindern. Heterogene Branchenkonjunkturen lassen sich durch betriebliche Differenzierung berücksichtigen.

Download | PDF



Mehr zum Thema

Ansprechpartner

IW-Trends - Nr. 1 vom 26. Januar 2010

iw_Trends.jpg

Vierteljährliche Zeitschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung.

Bestellen

3. Mai 2012, Tarifeinheit per Gesetz?

19. Januar 2012, Vergleich der Lohnstückkosten

16. November 2011, Sind gerechte Löhne möglich?

Können wir uns gerechte Löhne leisten?