Harte Zeiten für die Weltwirtschaft
Das internationale Konjunkturumfeld präsentiert sich in diesem Jahr ziemlich durchwachsen. Zwar werden ein paar Länder ihre reale Wirtschaftsleistung steigern können, doch das Gros der Staaten wird der weltweiten Finanz- und Konjunkturkrise nicht entkommen.
Der Absturz der Börsenkurse und die Verschlechterung des Wirtschaftsklimas im vergangenen Jahr haben wieder einmal deutlich gemacht, wie sehr die einzelnen Märkte rund um den Globus miteinander verknüpft sind.
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Dies spiegeln auch die Prognosen für die Weltwirtschaft wider. So rechnete der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2009 noch im Oktober 2008 über alle Länder hinweg mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3 Prozent, im November korrigierte er dann auf gut 2 Prozent. Lediglich in den Krisenjahren 1975 und 1982 hatte die globale Wirtschaftsleistung weniger stark zugelegt.
Die gebremste Dynamik wirkt sich auch auf den Handel mit Waren und Dienstleistungen aus:
Der IWF prognostiziert dem Welthandel für das Jahr 2009 nur noch ein reales Plus von 2,1 Prozent. In den fünf Jahren zuvor war er im Schnitt stets um fast 8 Prozent gewachsen.
Die Finanz- und Konjunkturkrise trifft die einzelnen Regionen allerdings in unterschiedlichem Maß (Grafik):
• USA. Nach der überschwänglichen Freude vieler Obama-Anhänger über die Wahl des ersten farbigen US-Präsidenten sind die Amerikaner wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Denn für das Jahr 2009 wird eine tiefe Rezession erwartet, die dem neuen Staatsoberhaupt einen äußerst schweren Start beschert. Allein im November 2008 verloren rund eine halbe Million Amerikaner ihren Job, die Arbeitslosenquote schnellte auf 6,7 Prozent nach oben.
Diese Entwicklung schlägt sich auch im privaten Konsum nieder – wer Angst um seinen Job hat, hält sein Geld zusammen. Damit erlahmt das US-Wachstumszugpferd der vergangenen Jahre. Zudem belastet der starke Einbruch in der Baubranche die Investitionstätigkeit.
Viele Experten setzen in den USA momentan auf das sinkende Zinsniveau, das den privaten Verbrauch sowie die Investitionen wieder ankurbeln soll. Doch die entsprechenden Prognosen stehen schlecht: So dürften die privaten Konsumausgaben in diesem Jahr real um 1,2 Prozent sinken, für die Investitionstätigkeit wird gar ein preisbereinigtes Minus von fast 8 Prozent erwartet.
• Asien. Die internationale Krise bringt auch den asiatischen Wachstumsmotor zum Stottern. Kein Wunder, sind die USA doch einer der Hauptabsatzmärkte für die östlichen Länder. Läuft es in den Vereinigten Staaten nicht mehr rund, brechen die Exporte Asiens ein, was in der Folge die Wirtschaftsaussichten dort verschlechtert. So wird beispielsweise in Japan, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, ebenfalls eine Rezession erwartet. Und auch in China und Indien, die in der jüngeren Vergangenheit Wachstumsgaranten waren, schwächt sich der Boom deutlich ab: Die OECD erwartet für die Volksrepublik „nur“ noch einen Anstieg des realen BIPs im Jahr 2009 um 8 Prozent, für Indien wurden 7 Prozent prognostiziert.
• Eurozone.
Der Abschwung trifft auch Europa hart:
Das reale BIP in der Eurozone dürfte nach den Prognosen von Consensus Forecasts in diesem Jahr schätzungsweise um fast 1 Prozent schrumpfen.
Das Bild ist allerdings recht abgestuft: Während einstige Wachstumsmeister wie Irland, Luxemburg und Spanien durch die internationale Krise hart abgestraft werden, könnte es Slowenien und Griechenland mit einem erwarteten BIP-Plus von 2,1 bzw. 1,4 Prozent gelingen, sich noch gut aus der Affäre zu ziehen.
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iwd - Nr. 1 vom 1. Januar 2009
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