Bildungsausgaben

Deutschland Mittelmaß

Mit 4,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts gibt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich relativ wenig Geld für Bildung aus. Pro Kopf gerechnet liegen die Ausgaben zwar oft nahe am OECD-Durchschnitt, dennoch bleibt die größte Volkswirtschaft Europas in vielen Bereichen unter ihren Möglichkeiten.

Frühkindliche Bildung und Primarstufe. Für jedes Kleinkind in einem Kindergarten oder einer Kita wendete Deutschland im Jahr 2006 umgerechnet knapp 5.700 Dollar auf, das waren gut 400 Dollar mehr als im Durchschnitt der Industrieländer. Rund 28 Prozent der Kosten zahlten die Privathaushalte – in den Nachbarstaaten Frankreich und den Niederlanden waren die privaten Gebührenanteile deutlich niedriger. Die deutschen Ausgaben je Grundschüler lagen um fast ein Fünftel unter dem OECD-Durchschnitt.

Schule und Ausbildung. Bei Schülern weiterführender Schulen knausert die Bundesrepublik: Im Sekundarbereich I wurden 2006 pro Kopf 12 Prozent weniger öffentliche Gelder eingesetzt als im Durchschnitt der Vergleichsländer. In der Sekundarstufe II wurde dieser Richtwert zwar um 8 Prozent übertroffen; der Vorsprung war jedoch ausschließlich den privaten Ausbildungsinvestitionen der Unternehmen geschuldet – etwa für Ausbildungsvergütungen und die Entlohnung der Ausbilder.



Hochschulen. Mit rund 13.000 Dollar lagen die Ausgaben pro Studenten zwar knapp 6 Prozent über dem Durchschnitt. Rechnet man jedoch die Forschungsausgaben heraus, fällt die Bundesrepublik im OECD-Ranking auf den drittletzten Platz zurück. Ab 2007 könnte das Bild etwas besser aussehen, weil seitdem in vielen Bundesländern Studiengebühren erhoben werden, die in die Zahlen eingehen. Am großen Abstand zu den USA, die fast das Doppelte in ihren akademischen Nachwuchs investieren, wird das allerdings kaum etwas ändern.


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iwd - Nr. 40 vom 1. Oktober 2009

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