Gesetzliche Krankenversicherung

Die Krankenkassen sterben

In den vergangenen 20 Jahren sind mehr als 1.000 gesetzliche Krankenkassen vom Markt verschwunden. Richtig eingesetzt hat die Konzentrationsbewegung aber erst vor der Einführung der freien Kassenwahl Ende 1996.

Damals haben sich vor allem die zuvor örtlich autonomen Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKs) zusammengeschlossen. Doch auch danach ging das Kassensterben ungebremst weiter. Am 1. Juli 2009 zählte das Bundesgesundheitsministerium noch 186 Kassen, zum Jahreswechsel 2009/10 werden nach den bisherigen Ankündigungen wohl kaum mehr als 175 übrig sein.

Ein Grund für die neuerliche Fusionitis: Seit 2007 können Krankenversicherer zum Beispiel Arzneimittelrabatte aushandeln oder mit Hausarztverbänden eigene Vergütungsvereinbarungen treffen. Dabei haben mitgliederstarke Kassen größere Chancen, Preisnachlässe durchzusetzen. Bei den Versichertenzahlen haben derzeit die 15 verbliebenen AOKs und 8 Ersatzkrankenkassen die Nase vorn. Zusammen versichern sie mehr als zwei Drittel aller Beitragszahler. Auf einen Marktanteil von immerhin 19 Prozent kommen die 155 Betriebskrankenkassen.



Mehr zum Thema

iwd - Nr. 44 vom 28. Oktober 2009

Publikationsicon mit PDF - iwd.jpg

Wöchentliche Analysen zu wirtschafts-, sozial- und bildungspolitischen Themen.

Bestellen

Weitere Artikel dieser Ausgabe

28. Juni 2010, Die Gesundheitsprämie

Die Gesundheitsprämie

Newsletter: iwd-Vorschau