Von der Idee bis zum Patent einer Innovation ist es ein langer und in den meisten Fällen teurer Weg. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass beispielsweise die Entwicklung eines neuen Arzneimittels mit Kosten von mehr als 200 Millionen Euro verbunden ist. Aber auch in anderen Branchen müssen Unternehmen viel investieren, um Neuheiten zu entwickeln und umzusetzen.

Gleichzeitig stehen den hohen Ausgaben noch zahlreiche Risiken gegenüber: So ist es unsicher, ob die Idee tatsächlich technisch umsetzbar ist und ob sie auf dem Markt dann auch wirklich eine Chance hat. Auch der Faktor Zeit spielt eine Rolle: Die Konkurrenz könnte an einem ähnlichen Produkt basteln, schneller sein und somit Kunden wegschnappen. Oder aber die Wettbewerber ahmen die Innovation schnell billiger nach – auch dann steht der Innovator oft mit leeren Taschen da.

Forschung & Entwicklung

Diese Risiken machen die Finanzierung von Forschung und Entwicklung (FuE) schwierig. Dennoch stehen die deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich recht gut da (Grafik):

Betrachtet man die weltweit 1.000 forschungsstärksten Unternehmen, so hatten deutsche Firmen im Jahr 2008 einen Anteil von etwa einem Zehntel an deren Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

Der größte Batzen entfiel mit rund 37 Prozent auf amerikanische Betriebe, gefolgt von japanischen Unternehmen mit fast 23 Prozent.

Im Hinblick auf die FuE-Ausgaben pro Firma kann Deutschland jedoch Japan und die Vereinigten Staaten auf die Plätze verweisen. Dies zeigt die hohe Finanzkraft der deutschen Großunternehmen. Denn hierzulande müssen Firmen den Großteil ihrer FuE-Investitionen selbst finanzieren, da die staatliche Förderung nur einen geringen Stellenwert hat:

Im Jahr 2006 finanzierte der Staat lediglich 4,5 Prozent der deutschen Unternehmens­investitionen in Forschung und Entwicklung, im EU-Schnitt waren es 7,2 Prozent und in den USA sogar 9,8 Prozent.

Im Unterschied zu den USA und Japan existiert in der Bundesrepublik zudem bislang keine steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung. Bei dieser Art von staatlicher Unterstützung von Innovationsaktivitäten wird die sogenannte Innenfinanzierung von Forschungsprojekten gestärkt, also die Finanzierung aus eigenen Kapitalmitteln. Unternehmen erhalten in Abhängigkeit der Ausgaben, die ihnen für Forschung und Entwicklung entstanden sind, Steuererleichterungen. Damit wird es für die Betriebe attraktiver, mehr als bisher in Innovationen zu investieren.

Im Jahr 2008 wurden FuE-Ausgaben bereits in 21 der 30 OECD-Länder steuerlich gefördert.

Der Vorteil dieser Art der staatlichen Unterstützung ist, dass neben den Großunternehmen, die zurzeit Hauptnutznießer der vielen und häufig unüberschaubaren Förderprogramme sind, auch kleine und mittlere Unternehmen stärker profitieren.