Stichwort

Business Angels verleihen Flügel

Mehr Selbstständigkeit, mehr Innovationen, mehr junge Unternehmen – diese Ziele verfolgt unter dem Motto „Wir wollen mehr!“ das „Business Angels Jahr 2010“. Dazu aufgerufen hat das Business Angels Netzwerk Deutschland in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium.

Der Hintergrund für die Initiative: Im Vergleich zu anderen hochentwickelten Industrienationen gibt es in Deutschland relativ wenige Gründungen. Nur bei den Start-ups in technologieintensiven Branchen übertrifft die Bundesrepublik Großbritannien und die USA: Jährlich kommen in diesem Segment auf 100 Firmen zwölf neue Unternehmen, auf der briti­schen Insel sind es nur sieben, in den Vereinigten Staaten sechs.

Wer ein Technologieunternehmen gründet, braucht auch viel Kapital. Dies scheitert jedoch oft am Kreditsachbearbeiter der Bank, dem das Risiko zu hoch ist, dass die neue Idee sich nicht verkaufen lässt und der Gründer den Kredit deshalb nicht bedienen kann.

Hier kommen die Business Angels ins Spiel – private Berater und Kapitalgeber. Im Durchschnitt erreichen einen Engel hierzulande jährlich knapp 14 ausformulierte Geschäftsideen. Im Mittel sind davon etwa drei Geschäftsideen so interessant, dass der Business Angel konkrete Beteiligungsgespräche führt. Gute Karten hatten bisher vor allem die Anbieter von Umwelttechnologien für den Energiesektor oder Hersteller neuer Materialien.

In der Regel können Gründer mit einer Minderheitsbeteiligung in Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro über vier bis sieben Jahre hinweg rechnen. Dafür erwarten die Business Angels meist eine gute Rendite. Dennoch ist die Zusammenarbeit für junge Unternehmen oft rentabel: Sie profitieren nicht nur vom Geld der Engel, sondern auch von deren Wissen und Erfahrung. Denn meist waren diese selbst einmal als Gründer gestartet.

Das „Business Angels Jahr 2010“ will die Business-Angels-Aktivitäten in der breiten Öffentlichkeit bekannter machen, mehr Menschen für ein Engagement als Business Angel begeistern und jungen Unternehmen Mut machen, diese privaten Helfer und Investoren anzusprechen, um in der Frühphase Kapital, Know-how und Kontakte zu finden.

Mehr Informationen zum „Business Angels Jahr 2010“ gibt es unter: www.business-angels-jahr-2010.de




Mehr zum Thema

  • iwd

    Hochschulen: Die Uni-Unternehmer

    Das Programm EXIST unterstützt Hochschulforscher, die ein Unternehmen gründen wollen. mehr

  • iwd

    Existenzgründung: Beherzte Australierinnen

    Sich selbstständig machen, ein Unternehmen aufbauen oder eine Firma übernehmen – in Deutschland ist das in erster Linie immer noch Männersache. Ganz anders sieht es in Australien aus: Down Under gründen genauso viele Frauen wie Männer ihr eigenes Business. mehr

  • IW-Nachrichten

    Unternehmensgründungen: Aufwärts mit Fragezeichen

    Im Bereich der Existenzgründungen gab es in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres eine positive Entwicklung. Die Zahl der Neugründungen stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent auf nunmehr 561.000. Dabei wurden allerdings weniger größere Betriebe gegründet als zuvor. mehr

  • IW-Nachrichten

    Unternehmensgründungen: Es gibt viel zu tun

    Seit Montag, den 15. November, läuft die „Gründerwoche Deutschland“, eine vom Bundeswirtschaftsministerium getragene Kampagne, die mit deutschlandweit 1.200 Veranstaltungen Informationen und Anregungen für Unternehmensgründungen geben möchte. Das ist auch dringend nötig: Denn die Zahl derjenigen, die sich selbstständig machen, sinkt seit Jahren. Rund 650 Partner – von den Industrie- und Handelskammern bis zum Schülerunternehmen – beteiligen sich an der Aktionswoche. mehr

iwd - Nr. 19 vom 13. Mai 2010

Publikationsicon mit PDF - iwd.jpg

Wöchentliche Analysen zu wirtschafts-, sozial- und bildungspolitischen Themen.

Bestellen

Weitere Artikel dieser Ausgabe

Newsletter: iwd-Vorschau