Exporte & Importe

Mühsame Aufholjagd

Vor allem der wieder dynamischere Export hat die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten langsam aus dem Krisental herausgeholt. Seit dem ersten Quartal 2009 sind etwa die Auslandsaufträge in der Industrie um 29 Prozent gestiegen. Doch das Niveau vor der Rezession ist damit noch lange nicht erreicht.

Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs, wenngleich sie auf diesem Weg im Winterhalbjahr 2009/2010 nur wenig vorangekommen ist. Die bisherigen Fortschritte sind vor allem dem lebhafteren Auslandsgeschäft der Industrie zu verdanken.

Dieser Wirtschaftszweig wurde vom weltweiten Konjunktureinbruch allerdings auch besonders stark getroffen – im Winterhalbjahr 2008/2009 war die Produktion um 20 Prozent eingebrochen. Immerhin lag der Output im ersten Quartal 2010 schon wieder um 6 Prozent über dem im ersten Vierteljahr 2009 erreichten Tiefpunkt. Um an das Fertigungsniveau vor der Krise heranzukommen, müssen die Industriefirmen allerdings ein weiteres Plus von fast 20 Prozent schaffen.

Auch der Blick auf die Auftragseingänge macht deutlich, was noch erforderlich ist, um an das vergangene Konjunkturhoch anzuknüpfen. So lagen die Bestellungen aus dem Ausland im Verarbeitenden Gewerbe im ersten Quartal 2010 um 29 Prozent über dem Tiefstand des ersten Quartals 2009. Um den vorherigen Höhepunkt im letzten Vierteljahr 2007 zu erreichen, müssen die Auslandsorders aber um weitere 30 Prozent steigen. Anders ausgedrückt: Vom gesamten Rückgang der Aufträge ausländischer Kunden zwischen Ende 2007 und Anfang 2009 haben die deutschen Industrieunternehmen erst zwei Fünftel wettgemacht.

Besonders weit ist der Weg nach oben noch für die Hersteller von Investitions- sowie Konsumgütern – vom krisenbedingten Absturz der Auslandsbestellungen sind bislang lediglich 39 bzw. 34 Prozent wieder aufgeholt.




Mehr zum Thema

  • iwd

    Konjunktur: Rolle des Auslands wird überschätzt

    Die Exporte haben das deutsche Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren längst nicht so stark getragen wie manche vermuten. Viel wichtiger war die inländische Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern. mehr

  • iwd

    Inlandskonjunktur: Der Konsum springt an

    Die Konjunkturexperten zeichnen für das Jahr 2011 ein sehr zuversichtliches Bild. Ein Wirtschaftswachstum von weit über 2 Prozent gilt als gesetzt. Dabei geht die Arbeitslosigkeit weiter zurück – nicht zuletzt deshalb dürfte der Konsum Fahrt aufnehmen. mehr

  • iwd

    Außenhandel: Exporte schreiben Erfolgsstory

    Der Exportsektor hat der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Jahren immer wieder starke Impulse gegeben. Zugleich ist die Bundesrepublik aber auch ein wichtiger Abnehmer ausländischer Waren. mehr

  • Interviews

    Michael Hüther in der Financial Times Deutschland: "Delle würde Deutschland treffen"

    Im Interview mit der Financial Times Deutschland zeigt sich IW-Direktor Michael Hüther trotz gestiegener Risiken verhalten optimistisch für Deutschland und die wirtschaftlichen Perspektiven der hiesigen Unternehmen im kommenden Jahr. mehr

  • Pressemitteilung

    Konjunktur: Unternehmen bleiben gelassen

    Trotz Finanz- und Schuldenkrise rechnen die Unternehmen in Deutschland nicht mit einer Rezession. So geht die Hälfte der Firmen davon aus, dass ihnen das nächste Jahr konstante Geschäfte beschert. Rund 31 Prozent erwarten für das Jahr 2012 sogar einen Produktionszuwachs, annähernd 19 Prozent ein Minus. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in seiner aktuellen Herbst-Konjunkturumfrage, für die fast 2.600 Unternehmen in West- und Ostdeutschland befragt wurden. mehr

iwd - Nr. 19 vom 13. Mai 2010

Publikationsicon mit PDF - iwd.jpg

Wöchentliche Analysen zu wirtschafts-, sozial- und bildungspolitischen Themen.

Bestellen

Weitere Artikel dieser Ausgabe

27. Dezember 2011, Verbandsumfrage 2012

Verbandsumfrage 2012

21. November 2011, Der XXL-Aufschwung ist vorbei

Der XXL-Aufschwung ist vorbei

Newsletter: iwd-Vorschau