Schwellenländer preschen vor
Die globale Investitionstätigkeit wird nach dem Einbruch im Jahr 2009 in diesem Jahr wieder deutlich stärker ausfallen. Vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern dürften Regierungen und Unternehmen 2010 mit gut 6.100 Milliarden Dollar so viel investieren wie nie zuvor.
Die große Krise war einmal – die Weltwirtschaft ist bereits im vergangenen Jahr wieder in Fahrt gekommen und wird 2010 weiter deutlich an Tempo zulegen. So erwartet der Internationale Währungsfonds beispielsweise für die preisbereinigte Weltproduktion ein Plus von gut 4 Prozent. Das globale Investitionsvolumen dürfte nominal sogar um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunehmen. Damit tätigen private und staatliche Akteure 2010 weltweit Investitionen von mehr als 13.700 Milliarden Dollar.
Somit fließen zwar rund 780 Milliarden Dollar weniger in neue Produktionsanlagen, Bauten und Maschinen als im Rekordjahr 2008, aber immerhin schon wieder über 1.300 Milliarden Dollar mehr als während der Finanz- und Konjunkturkrise 2009. Im vergangenen Jahr schrumpften die Bruttoinvestitionen weltweit betrachtet nominal um 14,6 Prozent bzw. um gut 2.100 Milliarden Dollar gegenüber 2008.
Auch mit Blick auf die – aus entwicklungspolitischer Sicht – erschreckend lange Stagnationsphase der globalen Investitionstätigkeit von 1995 bis 2002 sehen die aktuellen Zahlen nicht schlecht aus: Das diesjährige Investitionsvolumen beläuft sich auf rund das Doppelte des damaligen Durchschnittsniveaus.
Im vergangenen Jahr hatten vor allem die etablierten Volkswirtschaften unter stark rückläufigen Investitionen zu leiden: Die Bruttoinvestitionen in den Industrieländern sackten um fast 19 Prozent weg.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer hingegen verzeichneten „nur“ ein Minus von knapp 8 Prozent. Und auch in diesem Jahr kommen die Impulse für die weltweite Investitionstätigkeit vor allem aus den aufstrebenden Volkswirtschaften wie etwa China und Indien, die bereits wieder kräftig aufrüsten (Grafik):
Mehr als zwei Drittel des absoluten Zuwachses bei den globalen Anlage-investitionen entfallen 2010 auf die Schwellen- und Entwicklungsländer.
Es geht wieder voran in diesen Staaten – und dies stärkt das Fundament für das künftige Wirtschaftswachstum. Eine gute ökonomische Performance ist für die Entwicklungs- und Schwellenländer wichtig, um eine ausreichende Versorgung der teilweise kräftig wachsenden Bevölkerung zu gewährleisten und den steigenden Wohlstandswünschen gerecht zu werden.
Die aufstrebenden Länder profitieren zudem zum Teil auch von den wieder anziehenden Rohstoffpreisen und den damit einhergehenden zusätzlichen Einnahmen. Hinzu kommt, dass die im Großen und Ganzen verbesserte Lage an den Kapitalmärkten die Finanzierungsbedingungen für den Erwerb neuer Maschinen und Produktionsanlagen oder auch den Bau von Wohnhäusern, Straßen und anderen Infrastruktureinrichtungen begünstigt.
Schon in der Zeit vor der jüngsten Wirtschaftskrise hatte sich das globale Investitionsvolumen immer stärker hin zu den Schwellen- und Entwicklungsländern verschoben. Entfielen im Zeitraum von 1995 bis 2002 durchschnittlich gut 22 Prozent der weltweit getätigten Investitionen auf diese Staaten, so kamen sie im Jahr 2008 bereits auf einen Anteil von fast 40 Prozent – in diesem Jahr sind es mit gut 6.100 Milliarden Dollar sogar annähernd 45 Prozent.
Themen
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Veranstaltungen 15. August 2011
Pressekonferenz: Weltwirtschaft und Kapitalmärkte – Aufsteiger, Absteiger, Mitspieler
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Pressemitteilung 15. August 2011
BRIC-Staaten: Deutsche Firmen gut im Geschäft
Die BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China – haben in den vergangenen Jahren ein hohes Wachstumstempo hingelegt. Ihr Anteil an der Weltwirtschaftsleistung ist bereits deutlich höher als der der Euroländer. Der konjunkturelle Boom schlägt sich auch in den Einfuhren nieder. mehr
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Newsletter (in Englisch) 8. Juli 2010
German Exports to Emerging Markets: One-fourth of Total Exports
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iwd 27. Januar 2010
Weltwirtschaft: Gewichtige Schwellenländer
Auf dem alljährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos treffen sich seit jeher die Wichtigen und Mächtigen – doch die kommen längst nicht mehr nur aus den Industrieländern. In diesem Jahr sind neben Li Keqiang, Chinas Vize-Premier, auch die Präsidenten von Südkorea, Brasilien und Südafrika in die Schweiz gereist, um beim „Überdenken, Umgestalten und Erneuern“ ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. mehr
iwd - Nr. 24 vom 17. Juni 2010
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