Fortschritt für Berufstätige
Berufstätige mit abgeschlossener Aus- oder Fortbildung werden künftig studieren können, ohne das Abitur nachholen zu müssen. Auf der 325. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen die Länder, den Hochschulzugang für Berufstätige nach bundesweit einheitlichen Kriterien zu gestalten.
Die Regierungschefs von Bund und Ländern haben im Oktober 2008 die „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ gestartet. Ziel der Initiative ist es, die Qualität des Bildungssystems deutlich zu steigern und die Höherqualifizierung stärker zu fördern. Dafür soll das Bildungssystem durchlässiger werden, etwa indem der Hochschulzugang geöffnet wird, um die Zahl der Studienanfänger zu steigern.
Themen
Nun haben die Länder im Rahmen der KMK eine ihrer zentralen Selbstverpflichtungen umgesetzt und einheitliche länderübergreifende Kriterien für den Hochschulzugang beruflich qualifizierter Bewerber ohne Abitur vereinbart. Demnach erhalten Absolventen einer beruflichen Aufstiegsfortbildung zum Meister, Techniker, Fachwirt und vergleichbarer Abschlüsse den allgemeinen Hochschulzugang. Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung steht unter bestimmten Voraussetzungen der fachgebundene Zugang zur Hochschule offen.
Dies ist ein wichtiger Schritt hin zur Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung. Um Berufspraktikern nicht nur den Zugang zu öffnen, sondern ihnen ein erfolgreiches Studieren zu ermöglichen, ist es nun erforderlich, ihnen beim Start ins Studium etwa über Brückenkurse zu helfen. Zudem muss klar definiert werden, wie beruflich erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten auf ein Hochschulstudium angerechnet werden können. Eine aktuelle IW-Studie hat gezeigt, dass beispielsweise ein staatlich geprüfter Betriebswirt bei einer angemessenen Vergabe sogenannter Credit-Points und entsprechender Förderung sein Bachelorstudium in vier statt sechs Semestern absolvieren könnte.
-
IW-Nachrichten 1. Februar 2012
Deutscher Qualifikationsrahmen: Berufliche Bildung muss sich nicht verstecken
Zeugnisse und Abschlüsse werden künftig in eine Hierarchie eingeordnet – sie erhalten Niveaustufen, je nach Höhe des Abschlusses. Künftig soll das in der gesamten EU so sein. Denn Bildungsbereiche sollen vergleichbar werden, Arbeitgeber besser wissen, welch kluger Kopf hinter der Bewerbung steht, egal, aus welchem EU-Land er kommt. mehr
-
EIRO/EWCO 5. April 2012
Sandra Vogel: Getting prepared for the upswing: Training and Qualification during the crisis
-
iwd 29. März 2012
Betriebliche Weiterbildung: Fortbildung gegen Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Doch Unternehmen stemmen sich dagegen – indem sie mehr auf die Fortbildung ihrer Belegschaften setzen, wie die Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. mehr
-
Pressemitteilung 26. März 2012
Betriebliche Weiterbildung: Wirksam gegen den Fachkräftemangel
Gibt es auf dem Arbeitsmarkt nicht genug geeignetes Personal, hilft es, die eigenen Reihen verstärkt zu qualifizieren – knapp zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland stimmen dieser Aussage laut der aktuellen Weiterbildungsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zu. mehr

