Nullsummenspiel bei mehr Bürokratie
Der neue Berliner Finanzsenator Nussbaum hat angeregt, auch die Freiberufler der Gewerbesteuer zu unterwerfen, weil er sich davon höhere Einnahmen für das hoch verschuldete Berlin verspricht. Das aber ist Wunschdenken. Denn de facto ist die Gewerbesteuer bereits heute eine Großbetriebssteuer. Durch den Freibetrag von 24.500 Euro für Personenunternehmen bleiben die meisten kleinen Unternehmen außen vor – also auch die Freiberufler.
Selbst wenn Rechtsanwälte, Notare, Ärzte & Co. Gewerbesteuer zahlen müssten, käme kaum mehr Geld in die öffentlichen Kassen. Denn Personenunternehmen dürfen die Gewerbesteuer mit der Einkommenssteuerschuld verrechnen. Dadurch entsteht ein Nullsummenspiel: Die bisherigen Einkommenssteuereinnahmen werden weitgehend durch die Gewerbesteuer ersetzt. Von der Gewerbesteuer erhalten die Kommunen zwar mehr als von der Einkommenssteuer. Bund und Länder werden aber eine Anhebung der Gewerbesteuerumlage fordern, um die Verhältnisse wieder zurechtzurücken.
Themen
Einzige spürbare Folge wäre ein bürokratischer Mehraufwand. Die Freiberufler müssten künftig zwei Steuererklärungen abgeben statt einer – und auch die Finanzverwaltung hätte mehr Arbeit. Ein höheres oder stabileres Steueraufkommen wäre für die Kommunen damit aber nicht verbunden. Letzteres könnten sie erreichen, wenn sie ihre Finanzbasis - wie von Wirtschaft und Wissenschaft vorgeschlagen - stärker auf die Einkommenssteuer verlagern. Denn deren Aufkommen entwickelt sich jetzt in der Krise wesentlich stabiler als die Unternehmenssteuern.
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IW-Nachrichten 19. März 2012
Reichensteuer: Ein Schuss, der nach hinten los geht
Wenn es nach Oskar Lafontaine geht, müssten Millionäre in Deutschland bis zu 75 Prozent Einkommenssteuer zahlen. Das hat sich der im Wahlkampf befindliche Linken-Fraktionschef im Saarland beim französischen Präsidentschaftskandidaten Hollande abgeguckt. Damit sich aber das Staatssäckel tatsächlich füllt, müsste er die Millionäre einsperren. mehr
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IW-Nachrichten 23. Januar 2012
Bürokratieabbau: Eins vor, zwei zurück
Eigentlich möchte die Bundesregierung die Bürokratie durch Steuergesetze reduzieren, hierzu ist etwa eine Reduktion der Aufbewahrungsfrist für Steuerunterlagen angedacht. Doch mit der Gelangensbestätigung für innergemeinschaftliche Lieferungen zeigt das Finanzministerium nun erst mal Elan beim Bürokratieaufbau. mehr
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IW-Nachrichten 7. November 2011
Koalitionsbeschlüsse in Sachen Steuern: Entlastung mit Augenmaß
Der Koalitionsgipfel hat beschlossen, die Steuerzahler in zwei Schritten um insgesamt 6 Milliarden Euro zu entlasten. Dazu soll vor allem bei der Einkommenssteuer der Grundfreibetrag um 350 Euro angehoben werden. Nach den Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln wären für diesen Schritt aber höchstens 2,5 Milliarden Euro nötig, sofern man alle anderen Tarifbestandteile unverändert lässt. Die Regierung hat aber mit 4 Milliarden Euro fast den doppelten Wert dafür eingeplant. mehr
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iwd 21. Juli 2011
Finanzpolitik: Eine kleine Steuerreform ist machbar
Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen steigen und die Bundesregierung nimmt deshalb weniger neue Schulden auf. Pläne, die Steuern deutlich zu senken, stoßen trotzdem an Grenzen. Denn die Schuldenbremse engt zunehmend die Haushaltsspielräume des Bundes ein. mehr
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IW-Nachrichten 6. Juli 2011
Kalte Progression: Es wird weiter abkassiert
Die Steuerdebatte in Deutschland wird mit immer abstruseren Argumenten geführt. Natürlich muss es zentrales Ziel der Regierung bleiben, die Schuldenbremse einzuhalten und den Haushalt angesichts des riesigen Schuldenbergs zu konsolidieren. Diese richtige finanzpolitische Ausrichtung verbietet es jedoch nicht, dass zumindest im gegenwärtigen Aufschwung die Chance genutzt wird, steuerpolitische Fehlentwicklungen und Ärgernisse zu korrigieren. Dazu gehört die kalte Progression. mehr
IW-Nachrichten - 20. Mai 2009
Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

