Ausnahmen gibt es schon
Die von der Föderalismuskommission beschlossene Schuldenbremse sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine Schulden mehr machen dürfen. Um bis dahin ihre Haushalte konsolidieren zu können, erhalten die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zwischen 2011 und 2019 insgesamt 7,2 Milliarden Euro an Finanzhilfen. Nun fordert die SPD mehr.
Die Sozialdemokraten möchten, dass die Länder Schulden von bis zu 0,15 Prozent ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP) machen dürfen. Nur so sei eine hinreichende Flexibilität gewährleistet, die es erlaubt, auf Situationen wie die gegenwärtige Wirtschaftskrise angemessen zu reagieren.
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Diese Forderung übersieht zweierlei: Die Schuldenbremse beinhaltet explizit eine Ausnahmeregelung, die es auch den Ländern erlaubt, in Rezessionen Kredite aufzunehmen. Nur über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg muss der Haushalt ausgeglichen sein. Damit werden den Ländern keine strukturellen Defizite mehr zugestanden, konjunkturelle sind erlaubt.
Außerdem wäre eine Kreditaufnahme von 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts viel zu wenig, um auf schwere Wirtschaftskrisen angemessen reagieren zu können. Für 2009 und 2010 werden Defizite von 3 bis 5 Prozent des BIP erwartet. Selbst wenn nach einer Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden davon nur ein kleiner Teil auf die Länder entfallen sollte, wäre dies voraussichtlich ein Mehrfaches der jetzt geforderten zusätzlichen Schulden.
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iwd 1. September 2011
Bundeshaushalt: Erst ein Drittel geschafft
Das im Sommer 2010 von der Bundesregierung verabschiedete Sparpaket beeindruckt durch sein gewaltiges Volumen von 90 Milliarden Euro. Doch Pläne sind das eine, ihre Umsetzung in die Praxis das andere. Bislang ist jedenfalls erst ein Drittel der vorgesehenen Einsparungen bzw. Mehreinnahmen gesichert. mehr
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IW-Nachrichten 17. August 2011
Schuldenbremse: Ein Ausweg mit Charme
Bundeskanzlerin Merkel hat ein gutes Geschäft abgeschlossen. Sie hat Sarkozy den Wunsch einer Euro-Wirtschaftsregierung erfüllt, ohne dass diese allerdings neue Kompetenzen erhält. Als Gegenleistung hat sie vom französischen Präsidenten eine bemerkenswert klare Absage an gemeinsame Eurobonds erhalten. Außerdem will Sarkozy eine Politik der Selbstverpflichtung der Eurostaaten zur Einhaltung des Stabilitätspaktes und für die Einführung nationaler Schuldenbremsen unterstützen. Solche verfassungsmäßigen Schuldengrenzen haben einen großen Charme. mehr
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iwd 16. März 2011
Bundesländer: Gespart werden kann überall
Um die Anforderungen der ab 2020 geltenden Schuldenbremse einhalten zu können, müssen die Bundesländer in den kommenden Jahren ihre Ausgaben zusammenstreichen – Potenzial dafür ist überall vorhanden. mehr
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Interviews 9. März 2011
Rolf Kroker auf www.INSM.de: "Bundesländer vor harten Einschnitten"
Dr. Rolf Kroker, Geschäftsführer und Leiter des Wissenschaftsbereichs Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, hat im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Schulden der Länder und deren Perspektive für eine Entschuldung untersucht. Sein Fazit: Sechs Bundesländer stehen vor harten Einschnitten. mehr
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Kolumnen 14. November 2010
Michael Hüther in der Welt: Exit aus der Krisenpolitik, hinein in eine neue Welt
Über kurz oder lang müssen sich die Regierungen ohnehin von der aktiven Konjunkturpolitik verabschieden. Jetzt ist die Gelegenheit dazu, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in einem Gastbeitrag für die Welt. mehr

