Feindbild falsch, Mängelrügen berechtigt
Kein Einfluss der Wirtschaft, mehr Lehrpersonal, Abschaffung des achtjährigen Abiturs, des Bachelorabschlusses und der Studiengebühren – das sind die Hauptforderungen im aktuellen Bildungsstreik der Schüler und Studenten. Die Vorstellung, die Wirtschaft wolle Schulen und Hochschulen die Lehrpläne diktieren, ist allerdings abwegig.
Einige der Forderungen sind im Kern durchaus berechtigt, in ihrer Radikalität aber nicht. So sind nicht die anvisierten kürzeren Bildungsgänge schlecht, sondern ihre Durchführung: Unreflektierte Stoffhuberei statt neukonzipierter Unterrichts- und Studienpläne führt in vielen Schulen und Hochschulen zu stressreicher Paukerei ohne Nachdenken. Eigenständiges Lernen und der Blick über den Tellerrand – durch Praktika oder Auslandsaufenthalte – drohen auf der Strecke zu bleiben. Das ist fatal, denn es sind die breit interessierten, eigenverantwortlich lernenden und handelnden jungen Leute, die die Wirtschaft braucht.
Themen
Geld fehlt in der Tat für vernünftig ausgebaute Ganztags-Gymnasien, damit das Abi in acht Jahren gelingt. Lediglich 3 Prozent aller Gymnasien sind derzeit verpflichtende Ganztagsschulen. Geld fehlt auch für die Sanierung der maroden Bausubstanz an Hochschulen. Bei den Studiengebühren muss rechtlich zweifelsfrei klar gestellt werden, dass damit die Betreuungsrelationen – weniger Hochschüler je Dozent - verbessert werden können.
Mit Geld allein ist es aber nicht getan: In Schulen und Hochschulen fehlen die Anreize, sich in der Lehre wirklich zu engagieren. In anderen Ländern haben die Leistungen in der Lehre teilweise deutlichen Einfluss auf die Gehälter. Auch die Mittelzuweisung von staatlicher Seite braucht mehr Nachfrageorientierung, im Hochschulbereich beispielsweise durch Gutscheine.
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IW-Nachrichten 1. Februar 2012
Deutscher Qualifikationsrahmen: Berufliche Bildung muss sich nicht verstecken
Zeugnisse und Abschlüsse werden künftig in eine Hierarchie eingeordnet – sie erhalten Niveaustufen, je nach Höhe des Abschlusses. Künftig soll das in der gesamten EU so sein. Denn Bildungsbereiche sollen vergleichbar werden, Arbeitgeber besser wissen, welch kluger Kopf hinter der Bewerbung steht, egal, aus welchem EU-Land er kommt. mehr
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iwd 26. Mai 2011
Studienfachwahl: Frühe Prägung
Ob Germanistik, Physik oder Geschichte – Erstsemester orientieren sich bei der Entscheidung für eine Studienrichtung stark an ihren schulischen Vorlieben. mehr
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iwd 19. Mai 2011
Interview: „Man könnte schon in der Grundschule mit Wirtschaft anfangen“
Hans Kaminski, Professor am Institut für Ökonomische Bildung in Oldenburg, plädiert schon seit langem für ein Schulfach Wirtschaft. Allerdings gibt es noch einige Hürden. mehr
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iwd 19. Mai 2011
Schulbuchanalyse: Viele Wirtschaftsbereiche bleiben im Dunkeln
Wirtschaftsthemen werden an allgemeinbildenden Schulen in der Regel weder ausreichend noch sachlich angemessen behandelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die 155 Schulbücher und 55 Lehrpläne gesellschaftswissenschaftlicher Fächer aus allen Bundesländern unter die Lupe genommen hat. *) mehr
IW-Nachrichten - 17. Juni 2009
Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

