Warenkreditversicherung

Der Staat ist wieder gefordert

Zurzeit verschärfen sich die Bedingungen der Warenkreditversicherer. Das nährt die Befürchtung, dass eine Versicherungsklemme die Unternehmen noch vor der Bankenkreditklemme trifft. Entsprechend werden die Rufe nach staatlichen Hilfen lauter.

Unternehmen erhalten für ihre Lieferungen oft erst einmal nur ein Zahlungsversprechen, bevor die Kunden das Geld überweisen. Zahlen sie jedoch nicht, springt eine sogenannte Warenkreditversicherung ein. Zurzeit werden Kredite von rund 270 versichert. In der aktuellen Krise sehen sich die Unternehmen allerdings mit verschärften Bedingungen konfrontiert, unter anderem weil die Kreditversicherer mit steigenden Insolvenzzahlen rechnen. Einige Firmen berichten sogar über eine Klemme – sie bekommen trotz akzeptabler Perspektiven keine Versicherungen mehr.

Noch sind diese Klagen nicht flächendeckend zu hören, noch kann die Politik einem wirtschaftsweiten Engpass vorbeugen. Allerdings sollten die Eingriffe zeitlich befristet und marktkonform zugeschnitten sein. Denn die Kreditversicherungen haben eine wichtige Funktion – sie prüfen die Bonität der Firmen. Dies würde untergraben, wenn der Staat pauschal handelt. Eine Lösung wäre beispielsweise eine Kooperation zwischen der Kreditanstalt für Wiederaufbau, den privaten Versicherungsunternehmen und den Unternehmen auf beiden Seiten der Kreditversicherung. Dabei müssten alle Parteien Risiken übernehmen. Ferner muss eine subventionierte Lösung ungünstiger sein als die normale private Versicherung. Andernfalls hätten Unternehmen, die keine Hilfe brauchen, einen Wettbewerbsnachteil.

Gesprächspartner im IW PD Dr. Manfred Jäger, Telefon 0221 4981-626


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IW-Nachrichten - 24. Juni 2009

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