Deutschland in der Spitzengruppe
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) behauptet in einer aktuellen Studie, dass Deutschland mit Arbeitskosten von 28,50 Euro pro Stunde im europäischen Mittelfeld liege. Richtig ist dies aber nur, wenn die gesamte Wirtschaft betrachtet wird. Solch ein Durchschnitt hat jedoch wenig Aussagekraft. Denn die Industrie, der deutsche Konjunkturmotor schlechthin, muss hohe Kosten stemmen –33,58 Euro pro Stunde.
Richtig ist zwar, dass indirekt auch andere Wirtschaftsbereiche an der Herstellung von Industrieprodukten beteiligt sind. Doch selbst wenn diese in die Rechnung einbezogen werden, hat das nur einen geringen Einfluss auf das Arbeitskostenranking. Lediglich Frankreich würde sich dann als einzige große Industrienation knapp vor Deutschland schieben.Immerhin: Dass die Kosten für deutsche Unternehmen nicht noch höher ausfallen, liegt an der vergleichsweise hohen Lohnzurückhaltung in Deutschland seit dem Jahr 2003. So konnten die Betriebe Marktanteile zurückerobern. Nicht zuletzt sank auch die Arbeitslosenzahl: Von Frühjahr 2005 ist sie saisonbereinigt bis Herbst 2008 um über 1,8 Millionen zurückgegangen und seitdem – trotz Wirtschaftseinbruch – nur um gut 200.000 gestiegen.
Themen
Die Industrieunternehmen haben ihre Beschäftigung trotz Auftragsflaute bisher weitgehend gehalten. Auf Dauer ist dies jedoch teuer und trotz Kurzarbeitergeld nicht lange zu schaffen. Die Unternehmen müssen ihre Wettbewerbsstärke erhalten, um von der allmählich einsetzenden konjunkturellen Erholung profitieren zu können. Überzogene Lohnerhöhungen wären jetzt das falsche Rezept.
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IW-Nachrichten 28. Dezember 2011
Niedriglöhne und Einfachjobs: Zwei Seiten einer Medaille
Der Niedriglohnsektor wächst, zum Teil auch in tarifgebundenen Bereichen. Allerdings war diese Entwicklung auch mit vielen neuen Jobs verbunden – vor allem Geringqualifizierte haben dadurch auf dem Arbeitsmarkt erstmals überhaupt eine Chance bekommen. Dies muss bei der Diskussion über Niedriglöhne mit berücksichtigt werden. mehr
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IW-Nachrichten 28. Dezember 2011
Lohnforderungen: Falsche Empfehlungen
Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Gert Wagner fordert Lohnabschlüsse von im Schnitt gut 3 Prozent. Deutschland solle damit einen Beitrag leisten, um aus der Euro-Krise herauszukommen. Die jahrelang schwache Lohnentwicklung hierzulande habe „zu den außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten beigetragen, die nun die Euro-Zone in die Krise gebracht haben“. Diese Argumentation vernachlässigt, dass die deutsche Lohnzurückhaltung den starken Beschäftigungsaufbau seit 2006 unterstützt hat, der zu einer tragenden Säule der positiven Konsumentwicklung hierzulande geworden ist. mehr
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iwd 23. November 2011
Lohnentwicklung: Kosten killen Kaufkraft
Obwohl die Reallöhne im vergangenen Jahrzehnt gleich geblieben sind, mussten die Arbeitgeber für eine Stunde Arbeit deutlich mehr bezahlen. Wie passt das zusammen? mehr
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Interviews 15. Februar 2011
Michael Hüther in der Börsen-Zeitung: "Die Gewerkschaften dürfen den Bogen nicht überspannen"
Professor Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), warnt im Interview mit der Börsen-Zeitung vor einer überzogenen Tarifrunde. Er sieht den Lohnverteilungsspielraum für 2011 bei rund 3 Prozent. mehr
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Interviews 12. April 2012
Hagen Lesch im Lehrerportal Wirtschaft und Schule: „Unterm Strich hat die Lohnpolitik seit Mitte der neunziger Jahre Augenmaß bewiesen“
Dr. Hagen Lesch, Leiter des Kompetenzfelds Strukturwandel, Verteilung, Lohnfindung im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, über die verschiedenen Effekte eines Tarifabschlusses. mehr
IW-Nachrichten - 29. November 2009
Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

