Licht und Schatten
Nach einem 14-stündigen Ringen um mögliche Einsparungen in den Ressorts hat der Haushaltsauschuss des Bundestags seinen ersten Haushaltsentwurf der neuen Legislaturperiode vorgelegt. Dieser Etatentwurf weist zwar mit einer Nettokreditaufnahme von 80,2 Milliarden Euro einen neuen beängstigen Minus-Rekord in der gesamten Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik auf. Es gibt jedoch auch gute Nachrichten.
Die alte Neuverschuldungs-Rekordmarke des damaligen Finanzministers Theo Waigel aus dem Jahr 1996 wurde mit dem neuen Entwurf zwar um das Doppelte übertroffen – er bleibt jedoch um 5,6 Milliarden Euro unter dem noch von SPD-Etatchef Peer Steinbrück geplanten Ansatz. Damit hat der neue Finanzminister zumindest ein erstes Zeichen gesetzt, dass man den gefährlich gewordenen Weg einer explodierenden Kreditfinanzierung nicht weiter gehen will.
So richtig es ist, in Zeiten einer gravierenden wirtschaftlichen Krise nicht auch noch den Abschwung durch Steuererhöhungen oder Kürzungen der öffentlichen Investitionen zu verstärken, so richtig ist es auch, dass nun die öffentlichen Haushalte auf einen Konsolidierungskurs einschwenken müssen, um die selbst gesteckten nationalen Ziele der Schuldenbremse und des Stabilitätspaktes in Zukunft zu erreichen. Während im dem Etat 2010 die sich verbessernde Konjunktur den Löwenanteil der Schuldenreduzierung beisteuert, weil hierdurch der Bund die Bundesagentur für Arbeit nicht mehr so stark bezuschussen muss, wird man ab 2011 nicht umhin kommen, durch Kürzungen lieb gewonnener Besitzstände die sogenannten konjunkturunabhängigen strukturellen Defizite in einer Größenordnung von über 10 Milliarden Euro jährlich abzubauen.
Themen
Auch wenn der Etat 2010 nicht zuletzt aus konjunkturellen Gründen noch nicht zu dieser Rosskur zwingt, muss Wolfgang Schäuble alsbald dem Bürger und den Unternehmen reinen Wein einschenken und sagen, wie er die im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen einer Konsolidierung des Bundeshaushalts einerseits und der Steuererleichterung anderseits lösen will. Spätestens nach der neuen Steuerschätzung im Mai sollte hier in diesem wichtigen Politikbereich Klarheit und damit Planungssicherheit für den Bundesbürger und die Wirtschaft geschaffen werden.
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iwd 29. März 2012
Haushaltskonsolidierung: Und es geht doch
Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) könnte der Bund im Jahr 2014 zum ersten Mal seit 1970 ohne Neuverschuldung auskommen – nach den Planungen des Bundeskabinetts wird dies aber erst im Jahr 2016 der Fall sein. mehr
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IW-Nachrichten 2. Januar 2012
Deutschlands Defizit: Sinkende Neuverschuldung sollte nicht verführen
Die Dezizitquote Deutschlands ist laut der deutschen Bundesbank im vergangenen Jahr wohl auf 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken. Im Jahr 2010 waren es noch 4,3 Prozent – ein klarer Verstoß gegen die europäischen Maastricht-Kriterien, die höchstens 3 Prozent zulassen. mehr
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iwd 23. November 2011
Neuverschuldung: Die Einnahmen steigen kräftig
Nach der aktuellen Steuerschätzung nehmen Bund, Länder und Gemeinden 2011 rund 40 Milliarden Euro mehr Steuern ein als 2010 – und die kommenden Jahre sehen ähnlich rosig aus. mehr
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iwd 23. Februar 2011
Schattenhaushalte: Am Parlament vorbei
Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen erlangen in jüngerer Zeit sogenannte Sondervermögen des Bundes eine zunehmende finanzpolitische Bedeutung. Auf diese Weise wurden 2010 etwa 50 Milliarden Euro ausgegeben. Der Bundeshaushalt selbst umfasst 307 Milliarden Euro. mehr
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iwd 1. Dezember 2010
Bundesländer: Bayern und Sachsen als Vorbild
In puncto öffentliche Verschuldung setzen Sachsen und Bayern Maßstäbe: Mit Pro-Kopf-Schulden von rund 1.500 Euro bleibt das Ostland 2010 um 75 Prozent unter dem Durchschnitt aller Bundesländer. Die bayerische Ausgabendisziplin wiederum zeigt sich darin, dass der Freistaat nur mit 6,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Kreide steht. mehr
IW-Nachrichten - 4. März 2010
Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

