Verhandlungslösung ja, Zwangsrabatte nein
Angesichts des erwarteten Milliardenlochs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird wieder einmal im Arzneimittelbereich nach Sparmöglichkeiten gesucht – gefunden wurden Preismoratorien und Zwangsrabatte. Die Heilungschancen für das kränkelnde System sind allerdings größer, wenn direkte Verhandlungen für mehr Wettbewerb auf dem Arzneimittelmarkt sorgen.
Pharmaunternehmen sollen künftig binnen eines Jahres nach der Einführung neuer, innovativer Medikamente direkt mit dem zentralen Spitzenverband der Krankenkassen einen Rabatt aushandeln. Eine Verhandlungslösung ist zwar grundsätzlich der richtige Weg, führt aber nur dann zu effizienten Lösungen, wenn nicht eine Seite über ein Verhandlungsmonopol verfügt und den Preis diktieren kann.
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Kurzfristig soll der ohnehin schon bestehende Rabatt von 6 Prozent, den die Pharmaunternehmen den Kassen gewähren, steigen: Für drei Jahre werden die Preise eingefroren; darauf müssen nun 16 Prozent erlassen werden. Dieses Preismoratorium und der Zwangsrabatt kommen zu den schon existierenden über zwei Dutzend staatlichen Eingriffen hinzu, die sich mal gegenseitig verstärken, mal widersprechen. Kurzfristiger Aktionismus bringt da wenig: Zum einen sind die Auswirkungen weiterer Eingriffe kaum nachzuvollziehen. Zum anderen fehlen selbst bei Einsparungen von 2 Milliarden Euro, die im Arzneimittelbereich insgesamt realisiert werden sollen, immer noch bis zu 9 Milliarden Euro, um das zu erwartende Ausgabenplus in der GKV allein in diesem Jahr zu neutralisieren. Nicht zuletzt widersprechen dirigistische Eingriffe des Staates dem Bekenntnis der Bundesregierung zu mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem.
Ausführliches Statement:Verhandlungslösung – ja! Zwangsrabatte – nein!
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Interviews 16. April 2012
Michael Hüther im Deutschlandfunk: Krankenkassen-Überschüsse sollten nicht im Fonds verbleiben
Neun Milliarden Euro haben die Krankenkassen auf der hohen Kante. Hier fehle ein Mechanismus, der dafür sorgt, dass Überschüsse an die Beitragszahler zurückgehen, sagt Michael Hüther. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hält eine analoge Regelung zur Rentenversicherung für klug. mehr
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IW-Nachrichten 5. März 2012
Gesetzliche Krankenversicherung: Überschüsse sollten zurückgezahlt werden
Aufgrund der guten Konjunktur und Einsparungen bei Medikamenten verfügen die gesetzlichen Krankenkassen aktuell über hohe Überschüsse. Statt Finanzpolster anzulegen, sollten die wohlhabenden Kassen ihre Einnahmeüberschüsse jedoch lieber an die Mitglieder ausschütten. Außerdem ist nun der richtige Zeitpunkt, um den Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung zu senken. mehr
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iwd 9. Februar 2012
Krankenstand: In guten wie in schlechten Zeiten
Seit dem historischen Tief im Jahr 2006 ist der Krankenstand ununterbrochen gestiegen. Das zeigt vor allem eines: Egal, ob die Konjunktur brummt oder lahmt – die wirtschaftliche Lage hat offenbar keinen Einfluss darauf, ob sich Beschäftigte krankschreiben lassen oder nicht. mehr
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IW-Nachrichten 6. Dezember 2011
Krankenversicherung: Beitragssatz senken statt Polster bilden
Trotz Überschüssen und Finanzpolster in der gesetzlichen Krankenversicherung reichen die Mittel kaum, den Beitragssatz nennenswert zu senken. mehr
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IW-Nachrichten 31. August 2011
Krankenversicherung: Bürgerversicherung löst keine Probleme
Laut einem Gutachten der Partei DIE LINKE soll eine Bürgerversicherung alle Probleme der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lösen. Was verschwiegen wird: Auch bislang privat Versicherte verursachen Kosten, Anreizprobleme werden in der GKV noch verstärkt, und den Kassen drohen hohe Bürokratielasten. mehr

