Mehr Wachstum durch bessere Integration
Der neue Integrationsbericht der Bundesregierung zeigt: Jugendliche mit ausländischen Wurzeln scheitern in Deutschland überdurchschnittlich oft in der Schule – gut 13 Prozent gehen ohne Abschluss ab. Bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind es 7 Prozent. Gelingt es in den kommenden Jahren, die Bildungsunterschiede zwischen Migranten und Nichtmigranten durch eine bessere Integration zumindest zu halbieren, würde auch die deutsche Wirtschaft wachsen.
Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) könnte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2030 bereits um 38 Milliarden gestiegen sein, wenn die Bildungsunterschiede schrumpfen würden. Um diese sogenannte Integrationsrendite zu erreichen, ist vor allem die Bildungspolitik gefragt. Die Förderung sollte bereits bei den Kleinsten beginnen – etwa ein Drittel der unter 5-jährigen Kinder hat ausländische Wurzeln. Ein Ausbau von Krippen, Kita und Ganztagsschulen sowie mehr Schulautonomie und eine individuelle Förderung von Problemfällen könnten so manche Bildungslücken schließen. Nötig sind zudem eine bessere Fortbildung und eine zielorientierte Vergütung für Lehrer.
Themen
-
IW-Nachrichten 31. Januar 2012
Integrationsgipfel: Hohe Ziele
Der fünfte Integrationsgipfel im Kanzleramt hat den sogenannten Nationalen Aktionsplan Integration verabschiedet. Sein Inhalt: Menschen mit Migrationshintergrund sollen bessere Bildungs- und Jobchancen bekommen. mehr
-
iwd 26. Januar 2011
Integration: Besseres Deutsch bringt Wachstum
Der Bildungsstand der in Deutschland lebenden jugendlichen Migranten hat sich seit Anfang des Jahrzehnts verbessert. Holen die Migranten weiter auf, kann langfristig das Wachstumspotenzial in Deutschland erhöht werden. mehr
-
Pressemitteilung 24. Januar 2011
Integration: Förderung zeigt erste Erfolge
Der Bildungsstand der in Deutschland lebenden jugendlichen Migranten hat sich seit dem Jahr 2000 verbessert. So haben diese Schüler im internationalen PISA-Vergleich 2009 bei der Lesekompetenz im Schnitt 455 Punkte erzielt – das waren 32 mehr als neun Jahre zuvor und in etwa so viele wie im OECD-Durchschnitt. Damit schließen die jungen Zuwanderer in Deutschland auch langsam zu ihren einheimischen Mitschülern auf. mehr
-
IW-Nachrichten 30. März 2010
Türkische Gymnasien: Hauptsache Abitur
Ob nun türkische Gymnasien in Deutschland die Integration von türkischen Jugendlichen in Deutschland verbessern oder mit den Schulen eher eine Art Reintegration in die türkische Kultur gefördert wird, ist nicht entscheidend. Wichtiger ist vielmehr, dass auch Migranten eine gute Bildung zuteil wird. mehr
-
iwd 27. Oktober 2011
Berufliche Integration: Mesut macht's vor
Obwohl die Debatte in Deutschland mitunter von negativen Schlagzeilen bestimmt wird, ist 50 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei eines unstrittig: Menschen mit türkischen Wurzeln sind hierzulande beruflich viel besser integriert als weithin angenommen. mehr

