Trendwende angepeilt
Am Mittwoch dieser Woche hat das Bundeskabinett den Entwurf des Bundeshaushalts 2011 sowie die bis zum Jahr 2014 reichenden Eckwerte der mittelfristigen Finanzplanung verabschiedet. Nach eigenem Bekunden des Bundesfinanzministers wird damit in der Bundesrepublik eine nachhaltige Trendwende zur Konsolidierung der Bundesfinanzen eingeleitet. Ob dieser Ausstieg aus der Verschuldungsmisere tatsächlich gelingt, muss abgewartet werden. Denn die vorgelegten Planungsdaten gehen zwar in die richtige Richtung, bauen jedoch gleichzeitig auf viel Optimismus und beinhalten einige Luftbuchungen.
Nach einem ersten kritischen Blick auf das Einnahmen- und Ausgabengerüst und der bereits in diesem Jahr um 15 Milliarden Euro gegenüber dem ersten Planansatz reduzierten Neuverschuldung kann man der Bundesregierung nicht den Willen zu einer Trendumkehr, d.h. zu einem Ausstieg aus dem Schuldensumpf, absprechen. Die vorgelegten Zahlen deuten darauf hin, dass Bundesfinanzminister Schäuble fest entschlossen ist, die Vorgaben der Schuldenbremse durch einen strikten Konsolidierungskurs über eine Beschneidung der Ausgabenseite zu erreichen. Bereits 2011 will der Bund 12,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr weniger ausgeben und bis 2014 seinen Ausgabenmantel gar um 18,4 Milliarden Euro kürzen. Auf diese Weise will er dann auch die Nettoneuverschuldung von 65,2 Milliarden Euro in diesem Jahr auf nur noch 24,1 Milliarden Euro drücken.
Ob dieses zugegeben ehrgeizige Vorhaben tatsächlich gelingt, steht jedoch in den Sternen. Denn das in den Haushaltsplanungen fest eingebaute Sparpaket von insgesamt 80 Milliarden Euro enthält viele Unwägbarkeiten und auch einige Luftbuchungen in Form von noch nicht spezifizierten globalen Minderausgaben. Inhaltlich ist gegen den Entwurf einzuwenden, dass der Bund ausgerechnet sein Investitionsbudget in den kommenden Jahren zurückführen will und damit die Qualität des Konsolidierungskurses mindert – obwohl öffentliche Investitionen den Arbeitsmarkt stützen.
Themen
Die Erfahrung lehrt, dass die mittelfristigen Finanzpläne in der Vergangenheit immer, gemessen an der Realität, geschönt waren. Bleibt zu hoffen, dass dieser Entwurf eine wirkliche Trendumkehr einleitet und Plan und Ist in Zukunft nicht mehr so weit auseinanderklaffen. Die Aussichten sind günstig: Die gute Konjunktur –und Arbeitsmarktentwicklung verschafft dem Bundesfinanzminister kurzfristig Luft durch sprudelnde Steuerquellen und geringere Ausgaben zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
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iwd 29. März 2012
Haushaltskonsolidierung: Und es geht doch
Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) könnte der Bund im Jahr 2014 zum ersten Mal seit 1970 ohne Neuverschuldung auskommen – nach den Planungen des Bundeskabinetts wird dies aber erst im Jahr 2016 der Fall sein. mehr
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IW-Nachrichten 2. Januar 2012
Deutschlands Defizit: Sinkende Neuverschuldung sollte nicht verführen
Die Dezizitquote Deutschlands ist laut der deutschen Bundesbank im vergangenen Jahr wohl auf 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken. Im Jahr 2010 waren es noch 4,3 Prozent – ein klarer Verstoß gegen die europäischen Maastricht-Kriterien, die höchstens 3 Prozent zulassen. mehr
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iwd 23. November 2011
Neuverschuldung: Die Einnahmen steigen kräftig
Nach der aktuellen Steuerschätzung nehmen Bund, Länder und Gemeinden 2011 rund 40 Milliarden Euro mehr Steuern ein als 2010 – und die kommenden Jahre sehen ähnlich rosig aus. mehr
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iwd 23. Februar 2011
Schattenhaushalte: Am Parlament vorbei
Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen erlangen in jüngerer Zeit sogenannte Sondervermögen des Bundes eine zunehmende finanzpolitische Bedeutung. Auf diese Weise wurden 2010 etwa 50 Milliarden Euro ausgegeben. Der Bundeshaushalt selbst umfasst 307 Milliarden Euro. mehr
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iwd 1. Dezember 2010
Bundesländer: Bayern und Sachsen als Vorbild
In puncto öffentliche Verschuldung setzen Sachsen und Bayern Maßstäbe: Mit Pro-Kopf-Schulden von rund 1.500 Euro bleibt das Ostland 2010 um 75 Prozent unter dem Durchschnitt aller Bundesländer. Die bayerische Ausgabendisziplin wiederum zeigt sich darin, dass der Freistaat nur mit 6,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Kreide steht. mehr
IW-Nachrichten - 8. Juli 2010
Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

