Niveau außer acht gelassen
Das Statistische Bundesamt meldet, dass die Bruttolöhne in den vergangenen zehn Jahren so langsam gestiegen seien wie nirgends sonst in Europa. Hieraus abzuleiten, ein kräftiger Schluck aus der Lohnpulle wäre eine gute Medizin für die Konjunktur, ist jedoch fahrlässig. Denn außer Acht bleibt, dass das Kostenniveau in der Industrie, die im Mittelpunkt des internationalen Wettbewerbs steht, nach wie vor das weltweit höchste unter den großen Volkswirtschaften ist.
Übersehen wird auch, dass die Lohnzurückhaltung der zurückliegenden Jahre geholfen hat, die deutsche Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. In der Euphorie nach der deutschen Einheit stiegen die industriellen Arbeitskosten dagegen in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre um jährlich 6 Prozent. Über zwanzig Jahre hinweg gerechnet ergibt sich so für die heimische Kostendynamik im Verarbeitenden Gewerbe im internationalen Vergleich nur ein leicht unterdurchschnittlicher Wert.
Themen
Die zurückhaltende Lohnentwicklung der vergangenen Jahre hat überdies geholfen, Beschäftigung aufzubauen. Durch die größere Wettbewerbsfähigkeit war es den Unternehmen zuletzt auch möglich, trotz stark sinkender Produktivität die Belegschaften weitgehend stabil zu halten. Für eine Nachschlagsdiskussion ist es deshalb auch zu früh: Die industriellen Lohnstückkosten sind aktuell noch immer um 10 Prozent höher als vor der globalen Wirtschaftskrise.
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Pressemitteilung 3. April 2012
Lohnpolitik: Jobs sind Konsum- und Importmotor
Die seit Mitte der 1990er Jahre hierzulande verfolgte moderate Lohnpolitik hat den Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre gestützt, so die private Konsumnachfrage belebt und damit auch die Importe beflügelt. mehr
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Interviews 14. März 2010
Michael Hüther auf FOCUS Online: „Deutschland betreibt kein Lohndumping“
Die Franzosen klagen, die deutsche Exportstärke sei Gift für den Euro. Berlin soll schleunigst handeln. Absurd, kontert Spitzenökonom Hüther im Interview mit FOCUS Online. mehr
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Interviews 12. April 2012
Hagen Lesch im Lehrerportal Wirtschaft und Schule: „Unterm Strich hat die Lohnpolitik seit Mitte der neunziger Jahre Augenmaß bewiesen“
Dr. Hagen Lesch, Leiter des Kompetenzfelds Strukturwandel, Verteilung, Lohnfindung im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, über die verschiedenen Effekte eines Tarifabschlusses. mehr
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iwd 5. April 2012
Lohnpolitik: Neue Jobs kurbeln Konsum an
Die moderaten Lohnzuwächse der vergangenen Jahre haben die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gestärkt und so für mehr Jobs gesorgt. Dies hat den privaten Konsum befördert. mehr
IW-Nachrichten - 9. September 2010
Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

