Strukturwandel
Die sogenannte Tertiarisierung, also die Verschiebung der wirtschaftlichen Kräfte von der Industrie zu den Dienstleistungen, hat in den vergangenen Jahrzehnten die etablierten Volkswirtschaften geprägt. Dank des steigenden Wohlstands und kürzerer Arbeitszeiten haben die Menschen mehr Zeit und Geld für Reisen, Kino- und Restaurantbesuche und andere schöne Dinge des Lebens. Beschleunigt wird der Strukturwandel durch den verschärften internationalen Wettbewerb. Dem Konkurrenzdruck der aufstrebenden Schwellenländer begegnen die entwickelten Nationen, indem sie sich auf jene Produktionsbereiche spezialisieren, in denen sie den Wettbewerbern überlegen sind. Deutsche Firmen konzentrieren sich daher im Inland häufig auf anspruchsvolle Aufgaben wie Forschung und Entwicklung und wickeln einfache Fertigungsprozesse im Ausland ab.
An die Beschäftigten stellt der Strukturwandel hohe Anforderungen: Sie müssen sich fortbilden und häufiger als früher den Wohnort, den Job oder sogar den Beruf wechseln. Damit Deutschland mit den globalen Veränderungen Schritt halten kann, muss die Politik für ausreichend Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Jobs in nicht mehr konkurrenzfähigen Branchen müssen rasch abgebaut werden können. Zugleich ist der Weg für Existenzgründungen und Einstellungen in aufstrebenden Wirtschaftsbereichen zu erleichtern.