Immobilien
Rund die Hälfte des deutschen Privatvermögens ist in Immobilien angelegt. Das Geschäft mit Büros, Wohnungen und Einfamilienhäusern strahlt auf die Gesamtwirtschaft aus. Das zeigt nicht zuletzt das Platzen der US-Immobilienblase, die die Weltwirtschaft in eine Krise stürzte. Sinken die Werte der Häuser, fühlen sich die Eigentümer ärmer und drosseln ihren Konsum. Anders als viele andere Länder erlebte Deutschland keinen Immobilienboom, weil bereits im Zuge der Wiedervereinigung der Bau florierte und die Preise sich seither auf niedrigem Niveau bewegen. Außerdem steht in der Immobilienfinanzierung die Sicherheit in der Prioritätenliste weit oben, was sich beruhigend auf die Immobilienmärkte auswirkt.
Viele internationale Investoren wollen im deutschen Markt investieren, weil sichere Anlagen wieder gefragt sind. Hierzu fehlen ihnen jedoch die geeigneten Anlagen, weil vor allem Immobilienaktien in Deutschland unterentwickelt sind. Dies liegt insbesondere an regulatorischen Eingriffen, wie etwa der Tatsache, dass Immobilienaktiengesellschaften in Deutschland keine Wohnimmobilien halten dürfen.
Immobilien spielen eine bedeutende Rolle für den Kampf gegen den Klimawandel. In Gebäuden entsteht ein Drittel der Kohlendioxid-Emissionen. Weil moderne Häuser nur einen Bruchteil der Energie von Altbauten benötigen, wäre eine energetische Sanierung vielfach sinnvoll. Doch dies geht ins Geld, und zahlt sich erst nach Jahrzehnten aus – möglicherweise nicht mehr zu Lebzeiten vieler Investoren, denn mehr als die Hälfte der deutschen Hausbesitzer ist älter als 60 Jahre. Die Politik hat erkannt, dass die Eigentümer Unterstützung brauchen. Doch die bisherigen Förderinstrumente sind zu kompliziert. Würde man die vorhandenen Programme bündeln, wäre schon ein wichtiger Schritt getan.
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