Rentenversicherung

Rentenversicherung madochab PhotocaseEine steigende Lebenserwartung und die niedrige Geburtenrate bringen die umlagefinanzierte Rentenversicherung in Deutschland aus dem Gleichgewicht. Die Zahl der gesetzlichen Rentner ist seit 1993 um etwa 5 auf mehr als 20 Millionen gestiegen und wird künftig noch schneller wachsen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der fünfziger und sechziger Jahre ins Rentenalter kommen. Heute kommen auf 100 Beitragszahler etwa 60 Rentner; im Jahr 2030 dürften es bereits 100 sein. Dies bedeutet: Entweder wird der Rentenanstieg gebremst oder die Beitragssätze müssten steigen – was die Beschäftigungschancen jüngerer Menschen beeinträchtigen würde. Will die Politik dies verhindern, geht an einer Senkung des Rentenniveaus kein Weg vorbei.

  

Die Weichen in diese Richtung sind bereits gestellt. Der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel begrenzt den Rentenanstieg, wenn sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern verschlechtert. Automatisch zu geringeren Rentenerhöhungen führen auch steigende Rentenbeiträge. Der Riester-Faktor dämpft die Zuwächse im Ausgleich für die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge. Die jüngste Reform, die Rente mit 67, folgt der Erkenntnis, dass die mit der steigenden Lebenserwartung gewonnenen Jahre nicht ausschließlich im Ruhestand verbracht werden können, sondern sich auch die Lebensarbeitszeit verlängern muss. Damit zukünftige Generationen nicht weiter belastet werden, müssen sich die Alterseinkommen in Zukunft zudem verstärkt auch aus betrieblicher und privater Vorsorge speisen.

 

Mehr zum Thema

1 2 3 4 5
 
IW-Nachrichten
26. August 2010
Rente mit 67: Sonderfaktoren drücken Quote
Mindestens 50 Prozent der 60- bis 65-Jährigen müssen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein, andernfalls ist die Rente mit 67 nicht akzeptabel - so meinen Teile der SPD. Warum etwa die nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigten Beamten bei dieser Betrachtung außen vor bleiben sollen, bleibt allerdings ein Rätsel. Bezieht man diese und andere Beschäftigungsformen mit ein, dann ist die – vollkommen willkürlich festgelegte – Grenze von 50 Prozent in Teilbereichen praktisch erreicht.
IW-Nachrichten
13. August 2010
Ältere Arbeitnehmer: Keine Auslaufmodelle
Die Rente mit 67 wird wieder in Frage gestellt. Hauptstoßrichtung der Kritiker dieses Mal: Für ältere Beschäftigte seien gar nicht genug Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden. Es müssten sich also erst die Jobperspektiven der Generation 50pus verbessern, bevor über einen späteren Renteneintritt nachgedacht werden darf. Dabei wird übersehen, dass die Beschäftigung Älterer seit Jahren deutlich zunimmt.
IW-Nachrichten
27. Juli 2010
Rentengarantie: Auf Kosten der Beitragszahler
Auch wenn die Kritik an der Rentengarantie unpopulär erscheint, ist sie ökonomisch berechtigt. Denn die Rentengarantie stellt das Prinzip der dynamischen Rente auf den Kopf und belastet die aktiven Beitragszahler.
IW-Nachrichten
15. Januar 2010
Rentengarantie: Wider die Logik
Ob die Rentengarantie zum 1. Juli 2010 greift – die Renten also konstant bleiben, auch wenn die durchschnittlichen Bruttogehälter sinken –, ist auch nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts nicht sicher. Dass die Rentengarantie ein Fehler ist, bleibt aus ökonomischer Sicht jedoch unstrittig.
IW-Nachrichten
6. Mai 2009
Rentengarantie: Gift für den Generationenvertrag
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass gesetzliche Renten auch dann nicht gekürzt werden dürfen, wenn die durchschnittlichen Gehälter sinken. Das hat mit der geltenden dynamischen Rente wenig zu tun, geschweige denn mit nachhaltiger Rentenpolitik. Denn die Zeche zahlen vor allem die jungen Beitragszahler.
1 2 3 4 5
Ansprechpartner
Dr. Jochen Pimpertz
Telefon:
0
221 4981-760
zum Profil