Geldpolitik
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist der Preisstabilität verpflichtet. Ihr Ziel ist es, die Inflationsrate mittelfristig knapp unter 2 Prozent zu halten. Diese Vorgabe hat die EZB alles in allem gut erfüllt und dem Euro in den mehr als zehn Jahren seines Bestehens zu einer stabilen Währung gemacht. Vor allem mit der Festsetzung des Leitzinses steuert die Zentralbank den Zinssatz am Interbankenmarkt, also dem Markt, auf dem die Banken untereinander und mit der EZB Geld handeln. Aus der bereitgestellten Basisgeldmenge schöpfen die Banken durch Kreditvergabe und Wertpapierkäufe diejenige Geldmenge, die die Bürger und Unternehmen im täglichen Wirtschaftsleben verwenden. Die Herausforderung für die Zentralbank besteht darin, das Zinsniveau richtig zu wählen, damit nicht zu viel Geld in der Wirtschaft umläuft und Inflation entsteht.
Geldwertstabilität ist der Garant für eine nachhaltige und stabile Wirtschaftsentwicklung. Phasen der übermäßigen Geldentwertung untergraben das Vertrauen in die Kaufkraft und verursachen eine Umverteilung zwischen Schuldnern und Gläubigern. Eine unzuverlässige Geldpolitik führt zu einer unzuverlässigen Währung, die die Integration der heimischen Wirtschaft in die Weltwirtschaft behindert. Eine erfolgreiche Geldpolitik gehört daher zum Erfolgsmodell des Exportweltmeisters Deutschland.