Finanzmärkte
Die Finanzmärkte lenken das Geld in die produktivste Verwendung. Wenn irgendwo auf der Welt ein Finanzierungsengpass entsteht, steigen dort die Zinsen und locken Kapital an. Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer bieten hohe Renditen, weil dort Kapital knapper ist als in den Industriestaaten. Mit dem Geld können Projekte finanziert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Der freie Kapitalverkehr steigert den Wohlstand selbst derjenigen, die über keinerlei Vermögen verfügen. Die mit geliehenem Geld finanzierten Maschinen und Anlagen machen Arbeit produktiver und steigern die Löhne. Um Kapital anzuziehen, muss die Politik günstige Investitionsbedingungen schaffen: die Infrastruktur ausbauen und die Bildung der Bevölkerung fördern.
Damit Finanzmärkte funktionieren können, müssen klare Regeln gelten. Finanzkrisen zeigen immer wieder, dass Märkte verhängnisvolle Entwicklungen hervorbringen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Um einen schädlichen Wettlauf um niedrige Regulierungen zu verhindern und ein Überschwappen von Finanzkrisen in andere Länder zu vermeiden, müssen sich die Staaten auf Mindeststandards einigen, deren Einhaltung eine globale Finanzinstitution kontrollieren sollte.