Mit der Einführung der Lkw-Maut wollte die Bundesregierung auch ausländische Spediteure stärker an der Finanzierung der deutschen Verkehrsinfrastruktur beteiligen. Das ist zum Teil gelungen. Allerdings belastet die Gebühr vor allem heimische Spediteure, die nach wie vor auf deutschen Autobahnen in der Mehrheit sind – auch wenn es manchmal anders aussieht.
Die Lkw-Maut existiert seit 2005. Sie war ursprünglich dazu gedacht, Spediteure an der Erhaltung und dem Bau neuer Autobahnen zu beteiligen sowie einen Anreiz zum Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge zu schaffen. Deswegen ist die Maut nach Schadstoffausstoß gestaffelt. Im vergangenen Jahr hat man kräftig an der Gebührenschraube gedreht. Je nach Emissionsklasse müssen die Brummifahrer seitdem zwischen 40 und 86 Prozent mehr für die Nutzung der Autobahnen zahlen.
Für den Bund hat sich die Mauterhöhung durchaus ausgezahlt. Er nahm 2009 rund 4,4 Milliarden Euro ein, gut 1 Milliarde mehr als 2008 – obwohl die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkws wegen der Wirtschaftskrise um 12 Prozent zurückging (Grafik).
Der Bund hat gleichwohl 600 Millionen Euro weniger kassiert als ursprünglich veranschlagt. Das ist nicht nur auf die Wirtschaftskrise, sondern auch auf den immer stärkeren Einsatz umweltfreundlicherer Fahrzeuge zurückzuführen:
Knapp die Hälfte der gesamten Fahrleistung entfällt mittlerweile auf die Brummiflotte der Schadstoffklassen Euro V oder VI. Für diese Lkws werden 15,5 Cent Maut pro Kilometer fällig.
Fahrzeuge der Emissionsklasse Euro II oder schlechter haben nur noch einen Anteil von 4,6 Prozent. Die Maut beträgt für diese Lkws 28,8 Cent pro Kilometer.
Auch wenn es auf bestimmten Strecken wie dem Berliner Ring so aussieht, als ob Osteuropäer unter sich sind – bezogen auf die gesamte Bundesrepublik täuscht dieser Eindruck. Denn deutsche Brummis erbrachten 2009 mit 16 Milliarden gefahrenen Kilometern zwei Drittel der mautpflichtigen Fahrleistung.
Mit ganz großem Abstand folgen polnische Lkws, die auf einen Anteil von 8,7 Prozent kamen. Insgesamt entfallen 20 Prozent der Fahrleistung auf Lkws aus den neuen EU-Ländern.
Deren Touren konzentrieren sich allerdings auf relativ wenige Routen. Meist werden die großen Seehäfen in Hamburg oder den Niederlanden angesteuert. Dass die ausländischen Sattelzüge letztlich nur auf wenigen Transitrouten unterwegs sind, zeigt sich auch an den Grenzübertritten. Mehr als 35 Prozent aller Lastwagen, die Deutschland verlassen, fahren über die niederländische Grenze, weitere 22 Prozent über die österreichische.