Im zweiten Quartal 2010 ist die deutsche Wirtschaft kräftig gewachsen. Vor allem die positiven Impulse aus der Industrie bringen sie auf dem Weg aus der Krise voran.
Die Konjunktur hat im zweiten Quartal 2010 mächtig Fahrt aufgenommen: Gegenüber den vorangegangenen drei Monaten stieg die preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigte Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent – das war das höchste Wachstum seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Im Vorjahresvergleich legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,1 Prozent zu.
Das kräftige Plus an Wirtschaftsleistung speiste sich zu einem guten Teil aus der Auslandsnachfrage. Noch größer war allerdings der Wachstumsbeitrag der Inlandsnachfrage – vor allem weil die Unternehmen inzwischen wieder kräftig investieren.
Der stärkste Treiber ist dabei nach wie vor die Industrie. Deren reale Bruttowertschöpfung – also der Produktionswert abzüglich der Kosten für Vorleistungen – übertraf im zweiten Quartal 2010 die des Vorquartals um 4,2 Prozent und die des Vorjahres sogar um 13,2 Prozent. Damit setzte sich die Erholung, die Mitte des Jahres 2009 begonnen hatte, beschleunigt fort.
Nimmt man die höchste im vorherigen Konjunkturzyklus erzielte Wertschöpfung als Orientierung, hat die Industrie fast die Hälfte des Weges aus der Talsohle zurück zur Bestmarke vom vierten Quartal 2007 geschafft.
Auch die Bauwirtschaft trug im Frühjahr 2010 kräftig zum Wirtschaftswachstum bei – zum Teil ist dies aber auf Nachholeffekte infolge des strengen Winters zurückzuführen.
In deutlich geringerem Maße hat die Dienstleistungsbranche zuletzt die Konjunktur angekurbelt. Sie musste sich allerdings auch nicht so stark erholen wie die Industrie – denn die Wirtschaftskrise hat den Servicesektor vergleichsweise wenig beeinträchtigt.