Verkehr

Vorfahrt für den Umweltschutz

Autos sind seit 1990 deutlich umweltfreundlicher geworden. Heute stoßen die Gefährte bis zu 83 Prozent weniger Abgase je gefahrenen Kilometer aus. In Zukunft wird es vor allem darum gehen, die Kohlendioxidemissionen weiter zu reduzieren, etwa durch Innovationen in der konventionellen Antriebstechnik. Der große Schritt zum Elektroauto lässt dagegen noch auf sich warten.

AbgaseAm 17. September öffnet die 63. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt am Main ihre Tore. Auch in diesem Jahr spielen Umweltthemen eine dominante Rolle auf der Automesse – der technische Fortschritt bei Motoren und Antrieben hat den Durchschnittswagen in den vergangenen 15 Jahren allerdings schon viel sauberer gemacht (Grafik):

• Kohlendioxid: Der durchschnittliche deutsche Pkw stieß im Jahr 2008 rund 166 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer aus. Das ist knapp ein Viertel weniger als 1990.

 

• Stickoxide: Mit zuletzt 0,28 Gramm haben die Autobauer ihre Fahrzeuge gegenüber 1990 um mehr als 83 Prozent umweltfreundlicher gemacht.

 

• Feinstaub: Die Rußemissionen pro gefahrenen Kilometer sind seit 1990 um mehr als 60 Prozent zurückgegangen.

 

Die Fahrzeugbranche hat aber auch ordentlich Druck von der Politik bekommen, vor allem durch die EURO-Emissionsnormen. Dank dieser Vorschriften sind zahlreiche Schadstoffe weitgehend aus dem Abgas verschwunden.

Im Vergleich zur ersten Begrenzung aus dem Jahr 1992 ist der Grenzwert für Feinstaub mit der aktuellen fünften Euro-Norm um 97 Prozent gesunken.

 

Die immer strengeren Vorschriften einzuhalten, ist für die Autokonstrukteure nicht einfach, denn verschiedene Effekte behindern sich gegenseitig. So benötigt ein Auto mit einem Katalysator oder Partikelfilter deutlich mehr Kraftstoff als ohne ein solches Abgasreinigungssystem – das wiederum erhöht den Treibhausgasausstoß spürbar. Des Weiteren pusten Dieselfahrzeuge zwar weniger Kohlendioxid in die Luft als Benziner, belasten die Atmosphäre aber umgekehrt mit mehr Stickoxiden und Feinstaub. Und es folgt der nächste Kannibalisierungseffekt: Ein Partikelfilter senkt einerseits den Rußausstoß, erhöht aber andererseits den Anteil des umweltschädlichen Stickstoffdioxids im Abgas drastisch.

 

Als letzter Schrei gilt momentan das Elektroauto. Doch noch sind die Batterien zu schwer, die Reichweiten zu kurz. Zwar könnten Hybriden, die zumindest teilweise mit Strom laufen, alltagstauglicher werden; doch im nächsten Jahrzehnt wird eher an den herkömmlichen Modellen gewerkelt.

Eine große Herausforderung besteht beispielsweise darin, die Abwärme des Motors besser zu verwerten – diese entspricht zwei Dritteln der erzeugten Ener­gie, doch nur ein Bruchteil davon wird als Heizung genutzt. Wenn es gelingt, die übrige Wärme wenigstens teilweise wieder in Strom umzuwandeln, wären die Verbrennungsmotoren deutlich effizienter. Die entsprechende Technik gibt es zwar bereits – allerdings nur in Raumsonden.

Deutlich geerdeter sind effizientere Getriebe. Die neueste Generation von Automatikgetrieben senkt den Spritverbrauch um rund 6 Prozent.

Auch Autoteile außerhalb der Motorhaube tragen zur Umwelteffizienz bei: So drosseln Fahrassistenzsysteme wie etwa Schaltanzeigen den Benzin- bzw. Dieselverbrauch spürbar, und LEDs als Taglicht sparen 6 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer.

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