KLIMZUG

Klimawandel in Regionen

Anpassung an den Klimawandel ist nicht zuletzt mit dem Weißbuch der EU-Kommission zur Klimaanpassung und der Deutschen Anpassungsstrategie auch auf der politischen Agenda. Klimaanpassung ist unabhängig von der Frage notwendig, ob es gelingen wird, auf der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember verbindliche Emissionsziele für Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer festzulegen. Hierdurch ließe sich der Klimawandel allenfalls begrenzen, nicht aber verhindern.

 

Die Folgen des Klimawandels halten sich nicht an staatliche Grenzen oder geografische Verwaltungszuständigkeiten. Im europäischen Weißbuch wird die schrittweise Konkretisierung einer EU-Anpassungsstrategie verfolgt, wobei die Europäische Kommission insbesondere dort Einfluss nehmen will, wo Klimafolgen die Grenzen einzelner Mitgliedstaaten überschreiten. Die im Dezember 2008 von der Bundesregierung beschlossene Deutsche Anpassungsstrategie zielt auf die Schaffung eines Orientierungsrahmens zur Anpassung an den Klimawandel. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen des Förderschwerpunkts „klimazwei – Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen“ bereits zahlreiche Forschungsprojekte zur Anpassung gefördert. Die Forschungsergebnisse dieser Projekte wurden vor kurzem in der Broschüre „Klimaschutz und Anpassung“ zusammengefasst dargestellt und vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln veröffentlicht. Diese Broschüre kann über die Webseite des Förderschwerpunktes bestellt werden.

 

Mit „KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ hat das BMBF nun eine Fördermaßnahme ins Leben gerufen, die explizit den regionalen Aspekt der Klimaanpassung in den Fokus rückt. Die Auftaktkonferenz fand im Juli mit über 200 Teilnehmern statt. Projektverbünde aus sieben Modellregionen erhalten von 2008 bis 2014 eine Fördersumme von insgesamt rund 80 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich um die Emscher-Lippe-Region, die Region Brandenburg-Berlin, die Metropolregion Hamburg, Nordhessen, die Metropolregion Bremen-Oldenburg, die deutsche Ostseeküste und die Modellregion Dresden. Aufgrund ihrer geografischen Besonderheiten sowie ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen unterscheiden sich die Handlungsfelder, in denen Klimaanpassungsstrategien und -maßnahmen gesucht und entwickelt werden. Gleichwohl gibt es auch hier Gemeinsamkeiten, bei denen eine regionenübergreifende Zusammenarbeit denkbar ist. Küstenschutz ist beispielsweise für die Metropolregion Hamburg wie auch für die deutsche Ostseeküste ein Thema, nicht aber für Nordhessen.

 

Gemeinsam ist allen Projektverbünden das Ziel, ein regionales Kooperationsnetzwerk zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und gesellschaftlichen Bedarfsträger zu schaffen und zu etablieren. Netzwerkbildung ist ein zentrales Ziel der KLIMZUG-Fördermaßnahme. Klimaanpassungsstrategien und -maßnahmen können nicht gegen den Widerstand, sondern nur mit Unterstützung relevanter regionaler Stakeholder umgesetzt werden. In der Förderbekanntmachung wird schließlich das Ziel formuliert, „wissenschaftliche, planerische, technische und unternehmerische Stärken“ der beteiligten Akteure zu bündeln. Die Institutionalisierung der Netzwerkbildung erfolgt wiederum in den Modellregionen auf unterschiedlicher Weise. Im Verbundprojekt KLIMZUG Nordhessen sollen beispielsweise unter anderem Klimaanpassungsmanager und Klimaanpassungsbeauftragte an den Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis unterstützend tätig sein. Klimaanpassungsmanager sollen Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen, Klimaanpassungsbeauftragte stellen das Bindeglied zwischen Wissenschaft und Verwaltung dar.

 

Im Idealfall können die Modellregionen „Best-Practice“-Impulsgeber auch für andere Regionen in Deutschland oder auch auf internationaler Ebene sein. Für den internationalen Austausch konnten bereits weltweit Partnerregionen gewonnen werden.

 

Unterstützt werden die Projektverbünde durch zwei Begleitvorhaben. Die Service Gruppe Anpassung am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg liefert für die Anpassungsprojekte unter anderem Daten in Form von regionalen Klimasimulationen. Im Januar 2010 wird das Climate Service Center die Aufgaben der Service Gruppe Anpassung als Bindeglied zwischen Klimawissen und Anwendern übernehmen.

 

Das IW Köln zeichnet sich für den Begleitprozess verantwortlich. Es wird bei der Ermittlung von Transferpotenzialen behilflich sein, um das in den Projektverbünden ermittelte Wissen auch in anderen Regionen nutzbar machen zu können. Darüber hinaus unterstützt das IW Köln die Verbünde bei der projektübergreifenden Vernetzung und mit Interessenten aus der Praxis, insbesondere aus der Wirtschaft, zum Beispiel über die Organisation von Konferenzen und regionenübergreifenden Workshops. Der Begleitprozess beinhaltet auch eine gebündelte Außendarstellung der Verbünde unter anderem mit einer gemeinsamen Homepage und einem Newsletter, in dem über die Forschungsprojekte und deren Fortschritte informiert wird.

 

www.klimzug.de

 

www.klimazwei.de

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