Ob nun türkische Gymnasien in Deutschland die Integration von türkischen Jugendlichen in Deutschland verbessern oder mit den Schulen eher eine Art Reintegration in die türkische Kultur gefördert wird, ist nicht entscheidend. Wichtiger ist vielmehr, dass auch Migranten eine gute Bildung zuteil wird.
Dabei geht es den Zuwanderern aus der Türkei in der zweiten und dritten Generation bereits deutlich besser als ihren Eltern. Die türkischen Einwanderer der ersten Generation hatten noch zu 70 Prozent keine berufliche Qualifikation, heute sind es nur 28 Prozent. Zudem haben nun 18 Prozent statt früher nur 9 Prozent der Migranten mit türkischem Migrationshintergrund Abitur. Mit diesem hohen Schulabschluss haben die Jugendlichen deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, können studieren.
Letztlich ist es dabei egal, ob die Migrantenkinder ihre Hochschulreife nun an einem spanischen, türkischen oder deutschen Gymnasium erworben haben – Hauptsache, sie haben es überhaupt. Denn der Gymnasiastenanteil unter Migrantenkindern liegt mit 26 Prozent immer noch deutlich unter dem entsprechenden Anteil deutscher Kinder (35 Prozent). Die Hauptschüler- und Schulabbrecheranteile sind demgegenüber im Vergleich zu einheimischen Jugendlichen doppelt so hoch. Das sind die Probleme, die auf dem Weg zur Integration gelöst werden sollten.