Warenkreditversicherung

Der Staat ist wieder gefordert

Zurzeit verschärfen sich die Bedingungen der Warenkreditversicherer. Das nährt die Befürchtung, dass eine Versicherungsklemme die Unternehmen noch vor der Bankenkreditklemme trifft. Entsprechend werden die Rufe nach staatlichen Hilfen lauter.


Unternehmen erhalten für ihre Lieferungen oft erst einmal nur ein Zahlungsversprechen, bevor die Kunden das Geld überweisen. Zahlen sie jedoch nicht, springt eine sogenannte Warenkreditversicherung ein. Zurzeit werden Kredite von rund 270 versichert. In der aktuellen Krise sehen sich die Unternehmen allerdings mit verschärften Bedingungen konfrontiert, unter anderem weil die Kreditversicherer mit steigenden Insolvenzzahlen rechnen. Einige Firmen berichten sogar über eine Klemme – sie bekommen trotz akzeptabler Perspektiven keine Versicherungen mehr.


Noch sind diese Klagen nicht flächendeckend zu hören, noch kann die Politik einem wirtschaftsweiten Engpass vorbeugen. Allerdings sollten die Eingriffe zeitlich befristet und marktkonform zugeschnitten sein. Denn die Kreditversicherungen haben eine wichtige Funktion – sie prüfen die Bonität der Firmen. Dies würde untergraben, wenn der Staat pauschal handelt. Eine Lösung wäre beispielsweise eine Kooperation zwischen der Kreditanstalt für Wiederaufbau, den privaten Versicherungsunternehmen und den Unternehmen auf beiden Seiten der Kreditversicherung. Dabei müssten alle Parteien Risiken übernehmen. Ferner muss eine subventionierte Lösung ungünstiger sein als die normale private Versicherung. Andernfalls hätten Unternehmen, die keine Hilfe brauchen, einen Wettbewerbsnachteil.


Gesprächspartner im IW
PD Dr. Manfred Jäger, Telefon 0221 4981-626

 

Mehr zum Thema

1 2 3 4 5 ...
 
Interviews
3. Februar 2012
Michael Hüther im Kölner Stadt-Anzeiger: "Die Sparpläne zu erfüllen ist die Aufgabe einer Dekade"
Der Rettungsschirm EFSF könnte einspringen und eine temporäre zwangsweise Rekapitalisierung der Banken in Europa vornehmen, sagt IW-Direktor Michael Hüther im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Wir diskutieren die ganze Zeit, wie wir das Löschmittel in den Feuerlöscher hineinbekommen, ohne den Feuerlöscher nachher einsetzen zu wollen", so Hüther. Das werde nicht funktionieren.
mehr
IW-Nachrichten
1. Februar 2012
Drohende Kreditklemme: Versiegt das Geld?
Laut einer aktuellen Studie der Citigroup Global Markets Inc. scheint sich in Europa die Gefahr für eine Kreditklemme zu vergrößern. Die Studie zeigt, dass die Kreditvergabe im vierten Quartal 2011 um 65 Milliarden Euro zurückgegangen ist.
mehr
Gutachten
25. Januar 2012
Jürgen Matthes: Staatsbankrotte und Umschuldungen
Missverständnisse und Fehleinschätzungen prägen das Bild
mehr
Kolumnen
19. Januar 2012
Michael Hüther im ÖkonomenBlog: Staatsgeld als letzter Ausweg
Die Übernachteinlagen der Finanzinstitute bei der EZB haben einen neuen Rekordstand erreicht, schreibt IW-Direktor Michael Hüther im ÖkonomenBlog. Über 500 Milliarden Euro wurden am Dienstag bei der Notenbank geparkt. Das verheißt nichts Gutes. Um eine Implosion des europäischen Bankensystems im Vorfeld zu verhindern gibt es nur einen Weg: Staatsgeld für Banken.
mehr
Interviews
17. Januar 2012
Michael Hüther in der Süddeutschen Zeitung: "Es gibt nur einen Weg: Staatsgeld für Banken"
Angesichts neuer Turbulenzen auf den Finanzmärkten warnt Michael Hüther vor einer Rückkehr der Schockwellen. Aus dem Bankensystem drohten gewaltige Gefahren, sagt der IW-Direktor im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Hüther rät den Regierungen Europas zu drastischen Schritten, nämlich der Teilverstaatlichung der wichtigsten europäischen Großbanken, darunter auch der Deutschen Bank.
mehr
1 2 3 4 5 ...
Ansprechpartner
PD Dr. Manfred Jäger-Ambrozewicz
Telefon:
0
221 4981-626
zum Profil
IW-Nachrichten - vom 24. Juni 2009
[ImagePath_HyperLink1]

Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

Newsletter: IW-Nachrichten
20.1.2012, Was ist im Bankensektor zu tun?