Steuerschätzung

Hiobsbotschaft im Mai

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Die 133. amtliche Steuerschätzung wird den Gebietskörperschaften bis zum Haushaltsjahr 2013 ein Rekord-Minus von rund 320 Milliarden Euro gegenüber der turnusmäßigen Vorjahresschätzung bescheren. Die schärfste Finanz- und Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland führt geradezu zwangsläufig nun auch zu den größten Steuerlöchern in den öffentlichen Haushalten von Bund, Ländern und Gemeinden.

 

Quelle: himberry/PhotocaseDiese milliardenschweren Einnahmeausfälle werden vermutlich in nahezu gleicher Höhe auch die Staatsverschuldung weiter nach oben treiben und den finanzpolitischen Handlungsspielraum weiter einengen. Gleichwohl ist es notwendig und richtig, gerade in der Krise die Weichen für eine konjunkturgerechte Haushalts- und Finanzpolitik richtig zu stellen. Dazu gehört nun einmal, das konjunkturbedingte Defizit hinzunehmen und nicht durch Einsparungen ausgerechnet bei öffentlichen Investitionen oder gar durch Steuererhöhungen zu kompensieren. Eine derartige Parallelpolitik würde die Krise eher noch verschärfen und zugleich verlängern.

 

Andererseits gibt es realistischerweise nun auch wenig Spielräume für große Steuersenkungen. Das bedeutet aber nicht, dass es in Sachen Steuerpolitik keinen Handlungsbedarf bis zum Jahre 2013 gibt. Das Gegenteil ist der Fall: Die Abschaffung der kalten Progression ist keine Steuersenkung, sondern eine notwendige Korrektur ungerechtfertigter Steuerlasten. Zudem sollten die ebenfalls systemwidrigen ertragsunabhängigen Elemente bei der Gewerbesteuer beseitigt werden. Sie führen in Zeiten der Krise zu einer Substanzbesteuerung und gefährden damit zusätzlich den Fortbestand des Unternehmens.

Mehr zum Thema

1 2 3 4 5 ...
 
IW-Nachrichten
28. Juni 2011
Steuerreform: So geht es wohl doch nicht
Es hört sich gut an: Der ehemalige Verfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof möchte mit 146 Paragrafen für alle wichtigen Steuern auskommen. Das sind die Einkommens-, die Erbschafts- und Schenkungssteuer, die Umsatz- und die Verbrauchssteuer. Alle anderen Steuern sollen entfallen. Aber was ist z.B. mit der Grundsteuer? 
mehr
IW-Nachrichten
9. November 2011
Aufbau Ost: Soli nutzt Schäuble
Die Senkung des Solidaritätszuschlags ist zunächst einmal wieder vom Tisch. Die Steuerzahler sollen anders entlastet werden. Doch kaum war die Idee ausgesprochen, wurde reflexartig von ostdeutschen Politikern Widerstand angekündigt. Dabei fließen die Einnahmen aus dem Soli – derzeit 12 Milliarden Euro – zu einem immer geringeren Anteil gen Osten.
mehr
IW-Nachrichten
7. November 2011
Koalitionsbeschlüsse in Sachen Steuern: Entlastung mit Augenmaß
Der Koalitionsgipfel hat beschlossen, die Steuerzahler in zwei Schritten um insgesamt 6 Milliarden Euro zu entlasten. Dazu soll vor allem bei der Einkommenssteuer der Grundfreibetrag um 350 Euro angehoben werden. Nach den Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln wären für diesen Schritt aber höchstens 2,5 Milliarden Euro nötig, sofern man alle anderen Tarifbestandteile unverändert lässt. Die Regierung hat aber mit 4 Milliarden Euro fast den doppelten Wert dafür eingeplant.
mehr
IW-Nachrichten
8. September 2011
SPD-Vorschlag Vermögenssteuer: Der Gewinn wird doppelt besteuert
Um die Staatskasse zu füllen, möchte die SPD die Vermögenssteuer wiederbeleben. Der Nachteil dieser Steuer: Wirft das Vermögen keine Erträge ab, muss sie aus der Substanz gezahlt werden. Das gefährdet Arbeitsplätze. Das hat auch die SPD erkannt und möchte deshalb bei Verlustunternehmen keine Steuer erheben. Bei allen anderen wird die Steuer auf 30 Prozent des Gewinns beschränkt. Das aber kann die Steuerlast glatt verdoppeln.
mehr
IW-Nachrichten
6. September 2011
SPD-Steuerkonzept: Warum gerade jetzt
Die SPD hat ihren „Pakt für Bildung und Entschuldung“ vorgelegt. Ein wesentlicher Baustein darin sind umfangreiche Steuer- und Abgabenerhöhungen. Diese sollen zum Abbau der Neuverschuldung genutzt werden, damit die Schuldenbremse eingehalten werden kann. Neue Abgaben sind aber gar nicht nötig, denn die Steuereinnahmen sprudeln derart, dass Konsolidierung auch ohne neue Belastungen machbar ist.
mehr
1 2 3 4 5 ...
Ansprechpartner
Ralph Brügelmann
Telefon:
0
30 27877-102
zum Profil
Dr. Thilo Schaefer
Telefon:
0
221 4981-791
zum Profil
IW-Nachrichten - vom 14. Mai 2009
[ImagePath_HyperLink1]

Kommentare zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft.

Newsletter: IW-Nachrichten
30.6.2011, Steuersenkungen
13.7.2011, Das Steuer-Quiz