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Armut

  • Was heißt arm? Laut Definition der Europäischen Union gilt als arm, wer über so wenig Mittel verfügt, dass er sich einen in seinem Land als Minimum geltenden Lebensstandard nicht leisten kann. Wird über Armut diskutiert, ist aber zumeist die relative Armut gemeint, die vor allem etwas über Verteilung von Einkommen aussagt. Als von Armut bedroht gelten dabei all jene, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) verfügen.
  • In Deutschland ist die relative Einkommensarmut verhältnismäßig gering ausgeprägt: Rund 13 Prozent der Bundesbürger verfügen einschließlich der sozialen Transferleistungen über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens – nur in sechs EU-Staaten liegen noch weniger Bürger unterhalb der Armutsrisko-Schwelle. Im europäischen Durchschnitt sind es dagegen 16 Prozent. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern weisen in Deutschland laut internationaler Statistik weder Kinder noch Senioren ein erhöhtes Armutsrisiko auf (Stand 2005).
  • Ein besonders hohes Armutsrisiko ist Arbeitslosigkeit: In Deutschland gelten 43 Prozent der Arbeitslosen als einkommensarm – von den Erwerbstätigen trifft dieses Schicksal nur 6 Prozent (Stand 2005). Zudem macht Erwerbstätigkeit einen wichtigen Teil der gesellschaftlichen Teilhabe aus: Einkommensarme Erwerbstätige haben Umfragen zufolge eine höhere Lebenszufriedenheit als Erwerbslose mit einem Einkommen oberhalb der Armutsgrenze.
  • Der Staat verteilt massiv von oben nach unten um: Gemäß der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts im Jahr 2003 leisteten die 30 Prozent der Haushalte mit den höchsten am Markt erzielten Einkommen rund 62 Prozent aller Steuern und Abgaben, während die untere Hälfte der Haushalte 79 Prozent der Transfers empfing.
  • Wer viel verdient, gibt auch viel ab: Im Jahr 2007 trug das bestverdienende Zehntel der Steuerzahler allein 53 Prozent zum gesamten Lohn- und Einkommenssteueraufkommen bei, das oberste Viertel sogar 76 Prozent – das war noch einmal ein höherer Anteil als drei Jahre zuvor.

 

 

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