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Arbeitskosten

  • Standortfaktor Arbeitskosten: Zwar ist ein Unternehmen preislich konkurrenzfähig, wenn es hohe Arbeitskosten durch eine entsprechend hohe Produktivität ausgleichen kann. Gerade bei Investitionen im Ausland spielen solche Überlegungen jedoch kaum eine Rolle. Die niedrigen Arbeitskosten am ausländischen Standort lassen sich mit einer hohen Produktivität verbinden, weil das Know-how der Mutterfirma und die technische Ausstattung international mobil sind.
  • Schlechte Position für Deutschland: Im internationalen Vergleich hat Deutschland trotz der in den vergangenen Jahren moderaten Lohnabschlüsse hohe industrielle Arbeitskosten. In Westdeutschland lagen sie im Jahr 2007 bei 34,29 Euro je Arbeitnehmerstunde. Das bedeutet Platz vier und wird nur von kleineren Volkswirtschaften wie Norwegen, Belgien und Schweden übertroffen. Die großen Industrieländer verzeichnen dagegen deutliche Kostenvorteile – die japanische Industrie beispielsweise produziert fast um die Hälfte günstiger als die deutsche. Verglichen mit dem Durchschnitt der Konkurrenzländer (ohne die neuen EU-Mitgliedsländer) trägt Westdeutschland um gut 29 Prozent höhere Kosten.
  • Faktor Arbeit belastet. Auch Wirtschaftszweige, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen, achten auf die Arbeitskosten: Sind sie zu hoch, steigt die Tendenz, Arbeit durch Kapital zu ersetzen. Manche Dienste werden erst gar nicht angeboten. Berechnungen zeigen, dass die Lohnzurückhaltung in Deutschland seit 1996 rund 880.000 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen hat.
  • Staat treibt Personalzusatzkosten: Die Arbeitskosten hängen nicht nur von der Höhe der Entgelte ab, die Unternehmen und Gewerkschaften bzw. Beschäftigte vereinbaren. Durch gesetzliche Vorschriften, die beispielsweise einen Mindesturlaub festlegen und die Höhe der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung bestimmen, fällt ein Viertel der Arbeitskosten in die Verantwortung des Staates. Insgesamt legten die Arbeitgeber in Westdeutschland 2007 je 100 Euro Direktentgelt für geleistete Arbeit noch einmal knapp 75 Euro obendrauf, unter anderem für: Weihnachtsgeld, arbeitsfreie Tage, Sozialversicherung, betriebliche Altersversorgung und Ausbildung.

 

 

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